David Gray: Foundling

David Gray: Foundling

David Gray: Foundling

Dem britischen Musiker und Songwriter David Peter Gray mit einer einzelnen CD nahe kommen zu wollen, ist ein ziemlich aussichtsloses Unterfangen. Seit den Neunziger Jahren steht David Gray auf Bühnen in Europa, Amerika und Australien, angefangen hat er nur mit Gitarre und Gesang in Pubs in Großbritannien. Es wurde eine Band, später kamen ein Cello hinzu und David spielte nun auch live überwiegend Piano. Ein Besuch seiner Website lässt inetwa erahnen, welche Entwicklung David Gray in den letzten zehn Jahren gemacht hat, nicht nur musikalisch, sondern auch persönlich.

»Foundling« ist die nächste CD nach seinem radikalen Schnitt vor »Draw The Line«, nach der weitgehenden Auflösung der seit Jahren existierenden Band. Gray kehrt ein ganzes Stück zurück zu seinen Wurzeln als Singer/Songwriter, das Pompöse wie in »Life In Slow Motion« ist Vergangenheit. Die Songs werden wieder emotionaler und nachdenklicher, die Musik und vor allem der Text stehen wieder im Vordergrund. Gray’s Texte drehen sich oft um die vielfältigen menschlichen Beziehungen, um Leben, Einsamkeit, Vergänglichkeit. Und er hat ein seltenes Händchen dafür, die Stimmungen und Inhalte zusammen zu bringen.

»Draw The Line« forderte dem alten David Gray-Fan einige Anpassung ab, tatsächlich hatte Gray damals einen Strich gezogen. Ich musste erst wieder warm werden mit ihm, aber das phantastische »Kathleen« und »Full Steam« – mit Annie Lennox – machten es einfacher. Es klang im ersten Moment für mich nicht mehr nach David Gray, die Songs hatten sich in Struktur und Feeling verändert, doch mit der Zeit gewöhnte ich mich an diesen nun etwas anderen David Gray. Mit »Foundling« ist man wieder dabei, lyrische Texte, Songs zum Nachdenken und sich selbst wiedererkennen, Gedanken, die in so manchem Moment in den Vordergrund gelangen, dazu eine Songwriter-Musik, die nicht zwangsweise einem ABAB-Schema folgt. Und obwohl Gray’s Texte oft zentrale Themen des Lebens berühren, verfällt er nie ins Pessimitische, Kitschige oder Peinliche. »The Old Chair«, »In God’s Name« und »When I Was In Your Heart« sind großartige Songs, in Youtubefinden sich neuerdings auch eine Menge Mitschnitte aus dem Studio und live.

Wer Kiran Goss oder Martyn Joseph mag, sollte bei David Gray stöbern, seine Diskografie bietet auf allen Stufen etwas. Und »Foundling« ist wieder ein neuer David Gray. Bin mal gespannt, wie diese Geschichte mit Gray so weiter geht. Wenn man bedenkt, dass Gray früher kaum zu interviewen war, weil extrem schüchtern und zurückhaltend. Auch eine interessante Geschichte einer persönlichen Entwicklung, die bei Gray zu verfolgen ist.

Viereinhalb von fünf möglichen Stühlen.

Elbow: Build A Rocket Boys!

Build a Rocket Boys!

Build a Rocket Boys!

Wenn man bedenkt, dass die britische Band Elbow seit 1990 existiert, ihre fünf Alben alle die britischen Top-20 erreicht haben und sieben Singles die Top-40, sind Elbow auf dem Kontinent recht unbekannt. Geändert hat sich das erst mit dem Track »Lippy Kids« von ihrer letzten CD »Build a Rocket Boys!« aus dem Frühsommer 2011. So kam ich an das Album und schon wegen des schönen Titeltracks, »Lippy Kids« war der Arbeitstitel der CD, musste das in meine Sammlung.

Während Elbow mit dem Album »Seldom Seen Kid« noch dem BritPop zumindestens nahe stand, ist »Build a Rocket Boys!« stilitisch schwer einzuordnen, vielleicht experimenteller oder Avangarde-BritPop? Elbow wagt sich nun an andere Sounds und Klangspielereien, verabschiedet sich oft von gewohnten Songstrukturen. Es ist kein eingängiger BritPop mehr, denn für dieses Genre fehlt die Gleichförmigkeit und Berechenbarkeit. Die Songs auf »Build a Rocket Boys!« wechseln in Stil und Ausdruck, gewohnte Erwartungen an Abläufe und Linien werden zuverlässig enttäuscht. Es ist kein Easy Listening, man kann die CD nicht eben mal auflegen und nebenbei hören, sie erfordert Aufmerksamkeit und Konzentration. Man könnte auch sagen, sie sei ziemlich widerborstig und sperrig. Keine einfache Musik, dafür ist sie trotz des Labels BritPop zu komplex und experimentell. Freundet man sich mit dem Kaleidoskop an Sounds und Strukturen an, kann man mit der Musik von Elbow warm werden. Aber es braucht für einen Kontinentaleuropäer etwas guten Willen und Geduld, die Briten tun sich mit solchen stilistischen Breitseiten wohl leichter. Anders ist der Erfolg von Elbow in Großbritannien nicht zu erklären.

Am Ende blieb das Gefühl, dass »Build a Rocket Boys!« kein Fehlkauf war, schon wegen des anrührenden »Lippy Kids«. Aber es ist keine CD für zwischendurch, es ist experimenteller BritPop mit vielen Facetten, nichts für den wippenden Fuß, keine Musik für den schnellen Konsum. Da stellen sich schon mal Parallelen zu Gentle Giant oder der frühen Genesis ein, und damit liegt man nicht falsch, denn der Sänger Guy Garvey ist ein alter Genesis-Fan, auch wenn es diese Band zu seiner Jugendzeit schon nicht mehr gab. Spröder, aber auch manchmal berührender BritPop, den man so noch nicht gehört hat. »Lippy Kids« ist nicht typisch für das Album, aber es gehört dazu, als ein Aspekt. Man kann das Album mögen, man muss es aber nicht.

Dreieinhalb von fünf möglichen Startversuchen.

 

Peter Gabriel: New Blood

Peter Gabriel: New Blood

Peter Gabriel: New Blood

Das Konzept ist alt, schon geradezu abgegriffen: bekannte Rock-Songs werden mit oder von Symphonieorchestern neu eingespielt. Damit haben schon Deep Purple in der Siebziger Jahren angefangen, EL&P sind gefolgt, Queen ebenso. Was ist bei Peter Gabriel anders? Nichts. Oder eben doch.

Nun war der frühere Genesis-Sänger und seit langer Zeit solo arbeitende Musiker schon immer für Überraschungen gut. Innovative Videos, faszinierende Live-Konzerte, das alles ohne Rockstar-Attitüden und -Skandale. Sein Studioalbum Up aus dem Jahre 2002 brachte Sounds, die man so noch nie gehört hatte. Gabriel hat die Fähigkeit, Weltmusik einzuarbeiten ohne dass es nach erzwungenem, gekünsteltem Multikulti klingt. Seine Texte, die zu einem nicht geringen Teil aus seiner Beschäftigung mit Psychoanalyse und -therapie stammen, waren manchmal Kleinodien und schon allein einer Interpretation wert. Innovation war Gabriels Thema, gelingt das auch mit dem New Blood Orchestra, das eigens für ihn zusammen gestellt wurde und mit dem er längere Zeit tourte?

Bedingt. Nun sind Gabriels Songs schon seit langer Zeit orchestral angelegt, und sie dann am Ende tatsächlich nur mit einem Orchester zu interpretieren, ist nicht so neu wie »Smoke On The Water« mit Streichern und Pauken. Es klingt nicht so wirklich anders, selbst neuere Songs, die in der bisherigen Version mit Synthklängen und mannigfaltigem Perkussion-Set aus dem Rahmen fielen, klingen hier nicht wirklich ungewohnt. Es ist ein wenig eine Falle, ein Hinterherlaufen hinter Trends, was Gabriel hier tut. Innovativ ist es nicht, ein Fortschritt auch nicht. Aber wo Gabriel drauf steht, ist wenigstens  auch Gabriel drin.

»Wallflower«, »In Your Eyes«, »Mercy Street«, selbst »Darkness« vom oben genannten Album »Up« sind tatsächlich wunderschöne Interpretationen. Es ist toll orchestriert, wenn man Orchestermusik und Gabriel mag, die perfekte Kombination. Für hartgesottene Gabriel-Fans ist das Album ein Muss. Für den Rest bringt es nichts Überraschendes, außer man kennt seine Stücke noch gar nicht. Schade, aber Gabriel scheint sich dieses Mal nicht an das Experiment wagen zu wollen. Oder zu dürfen, es riecht zu sehr nach Marketing-Hype als nach Gabrielscher Kreativität. Und doch ist da diese Gabriel-Atmosphäre, der ich mich schlecht entziehen kann. Vielleicht, weil seine Musik einfach schöne und zeitlose Musik ist. Und es ringt mir immer wieder Respekt ab, einen solchen Haufen großartiger Musiker zu bändigen, denn qualitativ ist das allererste Sahne. Und endlich bekommen die Bassisten mal die Position, die ihnen gebührt. 🙂

Vier von fünf möglichen Erythrozyten.

Arno Höddinghaus: Quiet Places

Quiet Places

Quiet Places

Merkwürdig, wie sich Musik so festsetzen kann. Mir passiert mit dem Album Quiet Places des Paderborner Pianisten Arno Höddinghaus. Höddinghaus, 1967 in Paderborn geboren, durchlief zuerst eine klassische Klavierausbildung, spielte  in den Achtzigern in Rockbands, begleitete seit 1989 den Detmolder Liedermacher Michael Motzek und veröffentlichte seit 1991 eigene Produktionen im musikalischen Spektrum zwischen New Age und Ambient. Vertrauter ist mir persönlich Arno Höddinghaus mit Projekten wie Songs From The Attic und Lost Songs, Interpretationen von Singer/Songwritern mit der Sängerin Heike Düppe. Um so überraschter war ich von diesem Album, das eher dem Spektrum Musique concrète zuzuordnen ist. Spontan fiel mir beim ersten Hören von Quiet Places das epische Sonic Seasonings von Wendy Carlos ein, weniger die klassischen Vertreter wie Pierre Schaeffer oder Pierre Boulez, denn wie Carlos nimmt konkrete Klänge und Stimmungen auf und ergänzt mit Musik.

Quiet Places sind Aufnahmen von realen Orten mit ihrer akustischen Vielfalt, unterlegt von synthetischen Sprenkeln und Effekten, eingerahmt durch ein zurückhaltendes und geradezu schüchternes Piano. Dass sich so keine kurzen Stücke für Airplay beim WDR ergeben, ist einleuchtend. Es ist auch keine music for the masses, dazu ist sie zu speziell. Sie hat aber eine andere wichtigere Eigenschaft, die man bei nur wenig Musik findet, wie bei Chopins Nocturnes oder oft bei Satie, man kann sie ganz konzentriert und fokussiert hören und sich auf die vielen kleinen Versatzstücke einlassen. Oder sie kann im Hintergrund laufen, als Begleiter bei konzentrierter Arbeit, wie eine beruhigende Atmosphäre im Raum. Quiet Places ist ruhige, beruhigende und meditative Musik, und man spürt Höddinghaus‘ Sinn für das Notwendige, Reduzierte, nicht das Übertriebene wie bei Jordan Rudess oder das Expressive wie bei Keith Emerson oder Patrick Moraz. „Die Konzepte von Anregung und Entspannung sind selten zuvor so kunstvoll miteinander verwoben worden wie auf diesem Album.„, schrieb der Journalist Frank Lechtenberg.

Dem kann ich mich nur anschließen.

Quiet Places gibt es zum freien Download auf Arno Höddinghaus‘ Homepage.

HTML-Mail Teil II

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HTML-Mail

HTML-Mail

Nachdem nun ein Mail-Template verfügbar ist, das die meisten Mail-Clients einigermaßen verstehen, muss das auch verschickt werden können. Tatsächlich gibt es einige Möglichkeiten. Ein paar seien vorgestellt.

Thunderbird

Privat würde ich Thunderbird immer vorziehen, denn entweder kann ich das HTML-Template im Editor mit Ctrl-A/Ctrl-C kopieren und den HTML-Code direkt in Thunderbird mit Ctrl-V einfügen, weil Thunderbird die direkte Eingabe von HTML erlaubt. Die komfortablere Version ist das Add-On Stationary für Thunderbird. Mit diesem Tool kann ich die irgendwo auf der Platte liegende HTML-Datei direkt als Vorlage benutzen, zusammen mit den üblichen Möglichkeiten von Thunderbird wie Verteilerlisten und so weiter. Und ich kann mir im Prinzip beliebig viele Vorlagen anlegen, die auch beliebig in einem Verzeichnis liegen können, nicht in einem einzelnen und auch noch geschütztem Verzeichnis wie bei Outlook. Dann kann ich auch wieder mit Dreamweaver editieren, denn die Vorlagen sind online, werden sie verändert, übernimmt sie Thunderbird ohne weitere Aktionen. Im Gegensatz zu Outlook, ist das Template geändert, verwendet Stationary bei den nächsten Mail die neue Vorlage.

Outlook

Nun musste der Newsletter aber mit Outlook verschickt werden, weil nur dort die korrekte Absenderadresse verwendet werden konnte, und auch die riesigen Verteiler zu finden waren. Um in Outlook HTML-Mail aus eigener Produktion zu verschicken, wäre die naheliegendste Methode das Anlegen eines eigenen Stationaries, einer Briefvorlage. Nicht grundsätzlich schwierig. Die Datei mit dem Mail-Template bekommt die Endung .htm statt .html und wird (hier für Outlook 2007 und Windows 7) in C:\Program Files\Common Files\microsoft shared\Stationary abgelegt. Nach einem Neustart von Outlook ist das Template als Vorlage über Extras | Optionen | E-Mail-Format | Briefpapier und Schriftarten … | Design als Vorlage zu finden. Hat man auch als Nachrichtenformat HTML statt Rich-Text in diesem Dialog gewählt, taucht das Template tatsächlich beim Anlegen einer neuen Mail auf.

Ein Vorteil oder auch Nachteil, je nach Gusto, ist es, dass die Mail nun auch in Outlook bearbeitet werden muss. Oder man erstellt die Mail komplett in Dreamweaver (oder im Editor seiner Wahl) und kopiert diese dann jeweils wieder in den Stationary-Ordner. Das war mir erstens erstens etwas kryptisch, zweitens wolle ich gerne wegen der besseren Kontrolle den Newsletter in Dreamweaver erstellen. Und weil meine Website die Skriptsprache PHP erlaubt, bin ich einen etwas anderen Weg gegangen.

Der Newsletter wird komplett in Dreamweaver erstellt. Ist er fertig, gehe ich in den Code, kopiere ihn mit Ctrl-A und Ctrl-C ins Clipboard. Nun habe ich ein einfaches Formular (Quellcode hier)und ein kleines Skript in PHP, welches nichts weiter macht als den HTML-Code an den gewählten Empfänger verschickt, hier mein Outlook-Konto. Aus Outlook kann ich dann über Forward den Newsletter an die entsprechenden Verteiler verschicken.

Das wirkt jetzt etwas umständlich, tatsächlich erleichert es die Arbeit, weil das Editieren in Dreamweaver viel komfortabler ist als in Outlook. Wenn ich zum Beispiel merke, dass mir eine CSS-Formattierung fehlt oder sie nicht passt, kann ich in Dreamweaver mal eben anpassen, in Outlook müsste ich erst die Vorlage editieren, Outlook neu starten und warten. Daher bin ich mit dem HTML-Editor viel flexibler und schneller. Das Rüberschicken und Weiterleiten sind dann nur noch Sekunden, die beim Editieren lange eingespart wurden.

Dann nur PHP

Wenn man schon über PHP sowieso Mail verschicken kann, ist das auch erweiterbar. So kann der Newsletter nun auch komplett von dort in die Welt geschickt werden. Die Nutzung von PHP bietet weitere Optionen, zum Beispiel können die Adressen und Namen einer Datenbank entnommen werden. Setze ich im Template Tokens wie [VORNAME] oder [DATUM], kann ich durch eine einfache String-Ersetzung einfach das Token durch den tatsächlichen Namen des Adressaten ersetzen und so den Newsletter personalisieren.

Basiert meine Website auf Typo3, gibt es Plugins, die nicht nur das Versenden eines Newsletters übernehmen, sondern über die sich User auch für den Newsletter an- und abmelden können.

Welchen Weg man nun wählt, hängt vom Geschmack und den technischen Möglichkeiten ab. Sicher ist es über Outlook gerade dann einfach, wenn das Template einmal erstellt wird und dann von technisch eher Ungeübten mit Inhalt gefüllt. Denn dann muss ich nur Outlook vermitteln. Bin ich aber technisch versiert und der Sprache PHP mächtig, kann ich mir sehr komfortable Oberflächen und Tools bauen.

Your mileage may vary …

HTML-Mail Teil I

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HTML-Mail

HTML-Mail

Schon seit langer Zeit können Mail-Programme mit HTML umgehen. Damit ist es möglich, Mails nicht nur als reinen Text, sondern auch wie die eigene Web-Seite gestaltet zu versenden. Der Vorteil: der Look&Feel der Mail kann an das Design der Site angepasst werden, es entsteht ein Wiedererkennungswert, eine durchgehende Identität, heute Corporate Identity genannt. Wenn dann Newsletter verschickt werden, so wie bei Lidl oder beim Otto-Versand, wechselt das Bild beim Anclicken von Links in die eigene Site nicht, es bleibt ein konsistentes Eindruck im Design, was für ein professionelles Auftreten nicht unerheblich ist.

Die meisten Mail-Programme erlauben schon lange das Verfassen von Mail mit Formattierung in HTML, allerdings ohne direkte Gestaltungsmöglichkeiten, sie verpacken lediglich den Text in einem HTML-Rahmen. Um „richtige“ HTML-Mails zu erzeugen, kommen entsprechende Tools wie Adobe Dreamweaver zum Einsatz, es wird in der eigenen WebSite eine Seite gestaltet, die dann als Vorlage für die zu versendenden Mails dient. Eventuelle Bilder müssen in der Site liegen, Links müssen eine vollständige URL haben, damit sie beim Empfänger auch erreichbar sind. Hat man es geschafft, diese Mail zu verschicken, könnte kurze Zeit später von jemandem die Frage kommen, warum man ihm so ein kryptisches Zeugs geschickt hat. In der Regel nutzt dieser Jemand MS Outlook, und man fragt sich, warum das denn jetzt nicht funktioniert hat.

In diesem ersten Artikel also ein Rahmen, wie man solche HTML-Mails erzeugt und wie sie dann auch von Outlook-Nutzern gesehen wie gesendet ankommen. Um das tatsächliche Versenden geht es dann im zweiten Teil.

Aufbau des HTML-Codes

Die zu versendende Mail wird wie eine normale Seite aufbereitet, man sollte allerdings bei der Größengestaltung daran denken, dass eine Mail nicht immer an einem großen Monitor erscheint und daher die Mail schmaler gehalten werden sollte. Bilder etc. werden wie gewohnt eingebettet, müssen hier aber eine vollständige URL haben, sonst bekommt der Mail-Client auf der Empfängerseite diese Bilder nicht mit. Ansonsten bildet man das Design seiner Website möglichst genau nach, dort, wo dann als Webseite der Content steht, kommt später der Mail-Inhalt dazu. Für meine Site sähe das Mail-Template dann etwa so aus. Nicht vergessen sollte man direkt am Anfang, möglichst wenig formattiert, einen Link auf eine Online-Version der Mail, die dann in der eigenen Site steht.

Nun gibt es da ein paar Stolperfallen, die ich erst durch Puzzlelei heraus gefunden habe. Eine davon ist, dass viele Mail-Clients zwar das Nachladen von Bildern in Mails erlauben, aber nicht den Zugriff auf externe CSS-Dateien. Daher muss das komplette CSS bereits in der HTML-Datei mit eingebettet sein, ein externes CSS wird in der Regel ignoriert, und das nicht nur von Outlook. JavaScript ist nicht möglich, nur der Mail-Client Mozilla Thunderbird hat einen Firefox intern, der auch JavaScript ausführt.

Ein weiterer Trick ist, dass sowohl CSS- wie auch HTML-Formattierungen von Mail-Programmen sehr unterschiedlich interpretiert werden. Je weiter die Programme von Open Source entfernt sind, desto eigenwilliger diese Interpretation. Der Gipfel ist …

Outlook

Als ich meinen ersten HTML-Newsletter fertig hatte, so in HTML und CSS codiert wie gewohnt, sah das Ergebnis in Thunderbird auch fast wie gewünscht aus. Sogar in Outlook 2003 waren nur geringe Abweichungen zu sehen. In Outlook 2007 allerdings kam nur Schrott an, die Mail war fast nicht mehr lesbar. Sie war nicht mehr lesbar. Warum? Lange musste ich nicht forschen.

Bis Outlook 2003 war Outlook innerlich zwiespältig. Das Erstellen von HTML-Mails erfolgte mit Komponenten von Winword, das Rendern – Umsetzen von HTML in Grafik – aber mit Komponenten des Internet Explorers. Daher war das, was man in Outlook 2003 schickte, schon nie das, was Outlook 2003 dann anzeigte. Um diese Diskrepanz zu beheben, machte Microsoft etwas, was mit dem Ausschneiden eines Loches in der Hose vergleichbar ist: ab Outlook 2007 werden HTML-Mails nicht nur mit Winword geschrieben, sondern auch empfangene Mails in HTML von Winword gerendert. Da die HTML-Fähigkeiten von Winword eher rudimentär sind, konnte Outlook 2007 mit meinen Divisions und umfangreichen CSS-Formattierungen gar nichts mehr anfangen. Und so sah das Ergebnis auch aus.

Abhilfe konnte also nur sein, lediglich soviel HTML und CSS zu verwenden, dass Winword es noch versteht. Wenigstens hilfreich dabei ist, dass Microsoft die HTML-Fähigkeiten von Winword in diesem und einem zweiten Dokument aufgelistet hat. So musste ich einen Schritt zurück machen, weg von modernem CSS und HTML und zurück zu Tabellen. Denn Tabellen sind das Einzige, was Winword halbwegs versteht.

Das Resultat

Dieses Mail-Template arbeitet nun wieder mit Tabellen, und mit etwas Mühe und Probieren ist es auch mit Tabellen möglich, einigermaßen ein Layout zu realisieren. Hier ist einmal der HTML-Quellcode, jedoch gibt es auch darin Workarounds. So kann Winword keine Images vernünftig formattieren, daher wird für den Rahmen um Bilder einmal CSS verwendet, für Outlook ist ein vspace=“5″ im Tag erforderlich.

Dieser HTML-Code ist nun für alle Mail-Clients einigermaßen kompatibel.

Fazit

Zuerst scheint es eher übersichtlich zu sein, HTML-Mails zu verschicken. Tatsächlich stolpert man von einem Problem zum anderen und hat rasch einige Stunden verbracht, bis auch Outlook die Mail in etwa so anzeigt wie gewünscht. Vielleicht gibt mein Beispiel etwas Hilfe.

Im zweiten Teil geht es dann darum, wie man nun die HTML-Seite als Mail vor die Tür bekommt, denn direkte Eingabe von HTML erlaubt praktisch kein Mail-Client. Außer Thunderbird.

Schreiben ohne Ablenkung

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Es soll Zeiten gegeben haben, so um Ernest Hemingway herum, da hat man sich einfach mit einer Schreibmaschine und einigen Blättern Papier hingesetzt und hat geschrieben. Erst viel später wurde das Tippex erfunden, eine Erlösung für den Seltenschreiber. Kurz nach der Erfindung des Faxgerätes kamen PCs und damit Word und Multiplan, endlich konnte man schreiben, wieder laden und sich verschreiben, konnte speichern und wieder editieren. Ja, ich sprach gerade von den seligen Zeiten mit MS-DOS und rein textlichen Oberflächen.

Programme, mit denen man nur schreibt und trotzdem die wichtigsten Parameter im Blick hat, nämlich Anzahl Zeichen mit Leerzeichen und ohne, Zeilen, Wörter, es gibt sie wieder. Programme, bei denen nichts ablenkt, wo die Konzentration nur auf dem Schreiben liegt. Drei davon seien hier vorgestellt, die ersten beiden im Grunde sehr ähnlich, das dritte ausgefeilter und trotzdem nicht verschwiegen, weil Tools wie Notepad in der Bedienung überlegen.

Q10

Q10

Q10 (http://www.baara.com/q10/) ist ein Fullscreen-Editor, der in seinem Schriftbild den Wünschen des Nutzers weitgehend angepasst werden kann. Es gibt keine Menues oder Icons, in der Info-Leiste werden die wichtigen Eigenschaften des Textes angezeigt. Die nicht wenigen Funktionen des Editors sind über Funktionstasten erreichbar. Die Tippgeräusche einer Schreibmaschine können eingeblendet werden, auch Papier- und Textfarben sind einstellbar. Sollte man die Funktionstasten vergessen haben, reicht die Taste F1 und man bekommt eine Übersicht.

WriteMonkey

WriteMonkey

WriteMonkey (http://writemonkey.com/) ist Q10 ähnlich, aber in viel weiteren Grenzen einstellbar und mit mehr Funktionen gesegnet. Das Prinzip ist das gleiche wie in Q10, es gibt nur noch einen Bildschirm ohne Kommando-Icons, Funktionen, Buttons oder Menus. Nur ein Blatt und die Schrift darauf. Auch WriteMonkey zeigt die Zahl der Buchstaben, Wörter und Zeilen an, zusätzlich können Seitensteuerungen leicht eingegeben werden, wie z. B. ein +++ für den Seitenwechsel oder >> und >>> für Einrückungen.

Notepad++

Notepad++

Wer es nicht ganz so radikal reduziert haben möchte, kann auf Notepad++ (http://notepad-plus-plus.org/) zurück greifen. Im Gegensatz zu Q10 und WM ist Notepad++ ein vollständiger Texteditor, der ursprünglich für das Edititieren von Quelltexten für Programmierer gedacht war, sich aber zum reinen Texterfassen prima eignet. So werden als Beispiel selektierte Wörter zusätzlich im gesamten Text hervor gehoben, so dass dann Häufungen von Wörtern schnell sichtbar sind.

Schön an allen drei Tools ist, dass sie Freeware und damit kostenlos zu haben sind. Alle drei zeigen die gesamte oder selektierte Zeichenzahl, Zeilen oder Absätze an, sind in Farben und Schriftarten anpassbar. Bei mir hat sich übrigens MS Consolas als Schriftart gut bewährt, ist in Windows 7 vorinstalliert und ansonsten in der Microsoft-Site kostenlos zu bekommen.

Eine E-Gitarre für 79 Euro?

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Dimavery SG

Was soll man von einer Gitarre halten, die ein Händler wie folgt beschreibt:

  • Hersteller: Dimavery
  • SG-Form, schwarz
  • Hals: Ahorn
  • Korpus laut Anbieter: Amerikanische Linde
  • Griffbrett: Palisander, 22 Bünde
  • Pickups: 2 x Humbucker
  • Regler: 2 x Volumen, 2 x Ton
  • PU Schalter: 3-Way Switch
  • Brücke: Tune-O-Matic
  • Preis: 79 Euro inkl. Versand

Meine erste Reaktion war, dass das nur Schrott sein kann, denn zuverlässige Instrumente renommierter Hersteller beginnen frühestens bei ca. 500 Euro. Was ist also mit so einem Instrument, würde es für einen Anfänger reichen, zum Beispiel für einen Jugendlichen, der gerne Gitarre lernen möchte, aber es eventuell auch nach drei Monaten wieder aufsteckt?

Herkunft

Hergestellt werden die Instrumente, die unter dem Namen Dimavery verkauft werden, vermutlich in China. Import und Vertrieb übernimmt eine Firma Steinigke Showtechnic GmbH im bayrischen Waldbüttelbrunn. Und das nicht nur für Gitarren unterschiedlichster Coleur, sondern auch für Schlagzeuge, Verstärker bis hin zu Lichtsystemen für die Bühne. Diese Firma gibt es schon seit 1993, also kann es zumindestens kein Betrug sein. Alles, was ins Haus stünde, wäre eine herbe Enttäuschung. Aber warum nicht, bestelle ich einen solchen SG-Klon mal und sehe, was ankommt.

Lieferant ist hier die Firma Redcoon, ein eher gesettleter Internet-Anbieter für Elektronik. Und wie von ihm gewohnt, ist die Bestellung nach 48 Stunden in meinen Händen. Verpackt in einem üblichen Karton, das Instrument steckt gut geschützt in einer Plastiktüte in einem einfachen Gigbag, nichts Besonderes, aber zweckmäßig. Auch ein kürzeres Kabel ist dabei, keine Pleks oder ein Gurt, wie in der Anzeige von Redcoon versprochen. Nun gut, bei diesem Preis mag das so vorkommen.

Nach dem Auspacken erste Verblüffung: die Anmutung der Gitarre ist nicht Billigstschrott. Zwar ist die mattschwarze Lackierung kein Meisterstück, es gibt ein paar Dellen und einen Spalt zwischen Decke und Korpus, aber es ist weitaus besser als vermutet. Selbst Bridge und Stoptail sehen nicht übel aus, alles ordentlich verchromt. Alle Kunststoff- und Metallteile sind abgeklebt, die Tuner funktionieren im Grunde ohne Fehl und Tadel. Eine Demontage des Reglerfachs bringt wenigstens Holz zum Vorschein, es ist kein Schichtholz. Und der Setup aus der Fabrik ist grundsätzlich akzeptabel, die Saitenlage mittel, nicht für Flitzefinger, Intonation stimmt überraschend, generell ok. Nein, die 79 Euro sieht man der Gitarre erst mal nicht an.

Dann lassen wir mal einen gestandenen Gitarristen ran …

So,

Rainer war gestern bei mir (Spaltertreffen) und wir nahmen das gute Stück in Augenschein. Zu den Materialien kann Rainer euch mehr sagen. Ich sage erstmal was zum generellen Eindruck: gut verarbeitet, nicht super, aber keine, keine offensichtlichen Schlampereien. Werkssetup besser als manches von bekannten Namen.

Der Body dieser 79€ SG ist bleischwer. Es soll Birke sein (nee, ist Linde, Ferdi; d. Red.), die ja zu den Harthölzern zählt, und nicht zu den leichtesten. Eine Les Paul von diesem Hersteller wird es wohl eher nicht geben. Nochmal: die Gitarre fällt zuallererst durch ihr Gewicht auf. Von der Hoffnung, Kopflastigkeit könne bei einem so schweren Body ja kein Thema sein, stirbt auch der letzte Rest bei der Gurtprobe. Der Hals ist ebenfalls bleischwer und pendelt sich am Gurt in der Waagerechten ein. Mit einem glatten, nicht aufgerauten Gurt hängt die Dame quer, nichts zu machen. Von dem federleichten SG-Charme ist insgesamt da nicht zu spüren… die Küchenwaage sagt 3981g.

Die Bundbearbeitung ist ok. Nicht super, aber ok. Keine scharfen Grate – nirgens. Meine Squier Tele greift sich sympathischer, aber der Fretjob ist nicht besser. Das Griffbrett ist in ein Bindung gefasst (die Bundenden nicht), das auch ok verarbeitet ist. Keine Patzer. Die Griffbretteinlagen können sich sehen lassen, mit der Ausnahme von einer einzigen sind es echt schmucke und gut passend eingesetzte Perlmutt-Kopien.

Hm, hm, hm. Der Lack ist lückenlos und scheint steinhart. Das ist ja eher gut. Kein (gibsontypischen) „Stufen“ im Lack (am Übergang von lackiert zu nicht lackiert). Die Hardware erfüllt ihren Job (keine Verstimmungen seitens der Mechaniken zB), ist aber aus billigem Guss. Die Elektrik ist, oh wunder, extrabillig. Dickes Plus: keine Pickup-Mikrofonie. Keine. Nachdem ich den Halspickup weit runtergeschraubt hatte und den am Stege weiter rauf, waren die Lautstärkeverhältnisse ok.

Kommen wir zur Praxis 🙂

Fuhrpark:

  • DiMavery SG, schwarz wie die Nacht
  • vintage „no name“  Spiralkabel (mein bestes bestes bestes)
  • Boss TU2
  • VoodooLab Microvibe
  • Boss FZ-5 Fuzz
  • Analogman KingOfTone
  • MXR Carbon Copy
  • Klotz Kabel
  • „modded by Ritter Amps“ JTM 45
  • vertikale TT 2×12 mit Electro Voice (!!!) 12L und Tonehunter G12H.

Alles nur vom Feinsten, wenn es sch**** klingt, kann es also nur an der Gitarre liegen 🙂

So: Clean oder Crunch kommt eine Spur dünner, plärriger und blecherner Klang immer durch – das leisten vor allem die Pickups, denke ich – und zum Solieren, sorry, greift sie sich einfach zu unsexy, lässt sich der Ton zu wenig modulieren, der Ton lässt sich durch Bendings und Vibrato einfach nicht so richtig zum Blühen brinmgen – sie tut nicht, was ich will. Das „sie ist ein Teil von mir“-Gefühl will sich so gar nicht einstellen. Akkorde klingen aber einigermaßen gleichmäßig aus. Zum heavy Abrocken mit Akkordgeschrammel – so Black Sabbath-Rhythmuszeuch zB – tut sie es aber. Das kann schon richtig Spaß machen.

Ich würde sagen, für eine so hell klingende Holzbasis – der typische SG-Mahagoni-Ton ist so gar nicht da – müssten da mindestens ausgeprägt warm klingende, vielleicht sogar richtig heiße Pickups rein, ev. sogar ein Super Distortion am Steg und was Passendes in die Halsposition. Dann würde aus der sustainmäßig an sich gesunden Substanz unterm Strich ein Sound, mit dem man arbeiten kann. Für den Riffrocker wäre das dann eine brauchbare Arbeitsgitarre. Für den Solisten eher weniger.

Soweit erstmal. Preis/Leistung ist erstaunlich.

Nun legt der gestandene Gitarrist natürlich die Latte ein wenig höher. Aber sagen wir mal so: hätte ich einen jungen Sohn, der unbedingt Gitarre spielen möchte, und bei dem ich nicht weiß, wie lange er es durch hält, würde ich ein solches Instrument in Betracht ziehen. Mit einem Satz gebrauchter, ordentlicher Pickups, einem kleinen Amp aus der Transistorfraktion und ein oder zwei Tretminen soll der Youngster zeigen, dass er durch hält. Tut er es, geht es nach einem Jahr zum Musikhändler meines Vertrauens und man begutachtet Fender, Gibson oder sonst etwas. Wirft er aus irgendwelchen Gründen das Handtuch, sind 100 Euro und das Delta aus dem Verkauf des Amps investiert, aber mehr auch nicht.

Der Gerechtigkeit halber muss man aber erwähnen, dass eine Epiphone Les Paul Standard bei Thomann auch für 99 Euro zu bekommen ist, eine SG Junior für 88 Euro, und bei ca. 150 Euro beginnen die Squier-Instrumente a la Tele und Strat. Gerade den Squier-Gitarren kann man mehr zutrauen, und sie sind bei der Gesamtinvestitionssumme dann nur ein Teil des Betrages, der 50 Euro oder wenig mehr ausmacht.

Also bitte auf der Straße bleiben und nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig erwarten. Für 79 Euro ist diese Dimavery-SG ein akzeptables Angebot und erfüllt definierte Zwecke. Eine PRS oder Gibson SG Standard kann dann ja später kommen.