Moderation und Hintergrundmusik

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Nicht nur im Fahrstuhl oder im Supermarkt, auch redaktionelle Beiträge im Radio verwenden Hintergrundmusik. Bei mir zum Beispiel für Historische Ereignisse oder andere Moderationen. Diese Musik kann zum Problem werden. Ist es Musik, die schon von vornherein so produziert ist, dass sie einen recht gleichbleibenden Pegel hat, ist es nicht schwierig. Dann gelten die Standardparameter: Text auf -6 dB, Musik mindestens 10 dB leiser, also so um die -18 dB. Auf die -6 dB bin ich wieder gegangen, nachdem der Optimod bei -3 bis -2 dB FS gerne anfing zu pumpen. Bei diesem Sender sitzt halt kein TonI dazwischen.

Schwieriger wird die Sache, wenn die Hintergrundmusik über einen weiten Pegelbereich geht. Ideales Beispiel ist Musik von Chopin oder Elgar, da wird der komplette Dynamikbreich ausgenutzt. Um dann zu brauchbaren Resultaten zu kommen, ohne dass die lauten Stellen die Moderation überdecken und die leisen unhörbar werden, habe ich bisher manuell gearbeitet. In Audition die Volume-Kurve so austariert, dass es zu einem möglichst gleichbleibendem Pegel des Backgrounds kommt. Bei Pomp and Circumstance Marches Op. 39 von Elgar war es extrem. Da mussten über 30 Keyframes in der Lautstärkekurve verteilt werden. Das muss doch einfacher gehen. Geht es auch. In Audition eingebaut, ab CS6.

Idee war, eine Kombination aus Compressor und Expander zu nutzen. Leise Stellen werden angehoben, laute Stellen reduziert. Dazu gibt es in Audition unter den Effekten das „Dynamic Processing“. Das wird in den Kanalzug der Hintergrundmusik gelegt. Entscheidend ist die Regelkurve. Diese hier ist nicht der Stein der Weisen, sicher verbesserungsfähig, aber tut ihre Sache schon ganz gut. Es gibt sogar einen Preset, der ganz gut funktioniert: Effects > Dynamic Processing > Broadcast Limiter. Den kann man nach einem Gutdünken noch anpassen, er zeigt aber gut das Grundprinzip.

Audition Compander

Audition Compander

Ausgangspunkt hier ist der Preset „Broadcast Processing“. Der wird so verbogen, also zusätzliche Abschnitte durch Clicken auf die Kurve hinzugefügt, dass alle Pegel unterhalb von -30 db angehoben, alle oberhalb von -20 dB abgesenkt werden. Mit der Spline-Funktion wird es ganz harmonisch, man hört den Effekt für Hintergrundmusik kaum. Mal auf den Screenshot clicken, da sind mehr Details sichtbar. Das Track-Volume setze ich auf -6 dB. Nun brauche ich in Summe nur noch vier Keyframes in der Volumenkurve der Musik, zwei zum Herunterblenden, zwei zum wieder Hochziehen der Musik am Anfang und am Ende. Absenkung während der Textphase ist ebenso -6 dB. Das passt ganz gut, selbst für dieses grauenhaft schwierige Musikstück, der inoffiziellen Nationalhymne von Großbritannien.

Die gleiche Methode passt übrigens auch gut für andere Hintergründe wie Atmos. Eventuell mit leichten Korrekturen in den Pegelgrenzen.

Historisches Ereignis (Moderation + Musik)