Wie zu jedem Jahresende beglückt Adobe seine Anwender mit einer neuen Version der Creative Suite. Fast alle Anwendungen haben neue Funktionen bekommen, wie InDesign, Photoshop, Dreamweaver und auch Audition. Seit ich nicht mehr täglich stundenlang InDesign benutze, war ich auf Adobe Audition CC 2018 gespannt, was nun zu meiner bevorzugten Anwendung geworden ist. Inzwischen habe ich so einige Neuerungen erkundet. Spektakulär oder revolutionär sind die neuen Funktionen nicht, aber hilfreich und praktisch. Drei Abschnitte, die mir besonders aufgefallen sind.

User interface

Audition war nie das Audiotool für den Toningenieur, sondern für technisch versierte Journalisten, Moderatoren und Podcast-Produzenten. Es war demnach nie als Konkurrenz zu Cubase und Konsorten gedacht. Auch in der Version 2018 bleibt das so, die Benutzeroberfläche ist immer noch übersichtlich, es ist nur das zuvorderst sichtbar, was wichtig ist. Geschraubt hat Adobe an Kleinigkeiten. So kann man nun durch Kombination von ALT-und STRG-Taste Fade-Ins und Fade-Outs an Ende und Anfang gleichzeitig bearbeiten, kann die Länge beibehalten und die Kurve ändern und viele Spielereien mehr. Das erleichtert sauberes Editieren von Fades, gerade wenn man sie symmetrisch braucht, und es wird einfacher, nicht lineare Fades einzustellen.

Ausschnitte aus einer Spur können für Sondereffekte wie Stuttering (Stottern) beliebig oft identisch eingefügt werden. Durch die neuen Fade-Funktionen sind sie sehr schnell und effektiv zu editieren.

Essential Sound

Neu dagegen ist ein zusätzliches Fenster an der rechten Seite namens Essential Sound (in meiner englischen Version). Dahinter steckt die gute Idee, gängige Einstellungen für Spuren mit wenigen Clicks vorzunehmen. Fügt man eine neue Spur ein, kann man dort die Spur in verschiedene Kategorien verorten, z. B. Dialogue für Sprache, Music eben für Musik. Effekte und Umgebungsaufnahmen sind weitere Kategorien.

Für Sprache lassen sich Basisbearbeitungen vornehmen, wie verschiedene EQ-Presets und was für Sprache eben so wichtig ist. Der Vorteil ist, dass man sich nicht mehr durch Stapel von einzelnen Plugins wühlen muss, sondern mit wenigen Clicks Standardversionen von Bearbeitungen wählen kann, oder mit ein paar mehr Clicks seinen eigenen Preset erstellen und speichern. Die Möglichkeiten sind sehr vielfältig und ermöglichen eine längere Spielphase, bis man mal alles ausprobiert hat. In der Tat klingen die Ergebnisse recht überzeugend, manchmal in den Extremen aber künstlich, wie bei vielen Presets vom Hersteller. Hat man seine perfekte Voreinstellung gefunden, speichert man sie ab. Tatsächlich ging es bei mir schneller als gedacht, denn es sind eben gängige Presets vorhanden, wie leichte Absenkung im Bass und einen Buckel bei 3 KHz für Sprache im Radio.

Für Musik geht das ebenso, dort findet sich aber eine ganz neue Funktion, die Audition bisher gar nicht an Bord hatte. Hat man eine Musik-Spur importiert, kann man bezogen auf eine Sprachspur ein automatisches Ducking erzeugen, Ein- und Ausblenden des Musikbettes. Alle Parameter, wie Blendzeiten und Absenkung der Musik sind einstellbar. Gerade für moderne Musiksendungen eine echte Hilfe. Verschiebt man die Sprachspur, berechnet Audition die neuen Absenkungen dynamisch neu.

Effect Dynamics

Premiere Pro hatte dieses Plugin schon länger, nun ist es auch in Audition verfügbar. Das Plugin liegt in Effects | Amplitude and Compression | Dynamics. Darin finden sich die drei oft benutzten Effekte Gate, Compressor und Expander. Auch hier hat sich Adobe wohl gedacht, das Nutzen dieser Effekte zu vereinfachen, auch die Benutzeroberfläche ist übersichtlich gehalten. So kann man in einem Plugin ein Gate zum Unterdrücken von Rauschen bei geringem Pegel nutzen, der folgende Compressor nivelliert, der abschließende Expander hebt leise Stellen an. Das Gesamtergebnis ist ein möglichst gleichförmiges Ergebnis, wie es bei Moderationen in Sendungen und Podcasts benötigt wird.

Fazit

Mit der Version CC 2018 hat Adobe neben vielen Detailverbesserungen hilfreiche neue Funktionen gerade für Moderationen und Podcasts integriert. Sie verkürzen das Editieren und man spart sich nun für Basisarbeiten das Aufbauen von Plugin-Stapeln. Auch sind diese Tolls einfach zu benutzen, haben nur wenige Parameter und den Rest hat Adobe so gelassen, wie man es in 80% aller Fälle braucht. In diesem Sinne ist Audition CC 2018 erweitert und hier und da vereinfacht. Evolutionäre Schritte eben.

 

 

 

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.