Nein, ich bin nicht arm. Nicht wirklich. Aber ich habe in meiner neuen Wohnung das Problem, dass die Wohnung sehr groß ist. Also ein Luxusproblem. Mein Arbeitszimmer ist ein Schlauch, der nur mit großem Aufwand für Sprachaufnahmen ruhig zu bekommen ist. Daran arbeite ich noch. Aber was bis dahin mit den Beiträgen, die in den nächsten Wochen abgeliefert werden müssen? Eine richtige Sprecherkabine möchte ich nicht, und sie wäre teuer und aufwändig.

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Es hat mich interessiert, wie sich meine fünf Mikros so schlagen, wenn sie in gleicher Aufnahmesituation, mit gleichem Text, an den Start gehen. Ich wollte einfach wissen, welches mein Favorit ist. Am Ende war es wie vorher klar.

Røde M3

Kleinmembran-Kondensator-Mikro, vorgeschlagen als Drum-Overhead oder zur Abnahme von Chören und Gitarren.

Røde NT1-A

Großmembran-Kondensator für Sprache und Gesang. Entsprechend das Ergebnis.

Røde Procaster

Großmembran dynamisches Mikro, fürs Radio-Studio empfohlen, der Name sagt es. Ein TritonFEThead liefert 20 dB mehr Pegel.

Shure SM57

Für Sprache eher ein Exot, sonst gerne für Verstärker-Abnahme und Schlagzeug benutzt.

T-Bone SC400

Ein älteres Billig-Mikro, Großmembran-Konsensator, Thomann-Hausmarke.

Meine beiden Favoriten: Røde NT1-A und Procaster.

Eigentlich ist im Moment Sascha Lobo Realitätsschock dran, was sich schon sehr gut anlässt. Dann höre ich gerade auf der Fahrt nach Essen meine Podcasts von WDR5 durch, und wer spricht da? Die Autorin des nächsten Buches, Doris Dörrie. Über genau das Buch, das ich hier liegen habe. Aber nicht nur. Nette Sendung mit Sabine Brandi.

Redezeit – Neugier genügt im WDR5

Zwei Bücher hatte ich mir für den Oktober vorgenommen, neben den üblichen Standards wie TAZ und die Publikationen der Max-Planck-Gesellschaft, dem Wathlinger Boten und Psychologie Heute, Spiegel, National Trust Magazine … dazu zwei Bücher aus dem Oktober. Eins von Michael Schmidt Salomon, und von Steven Levitsky/Daniel Ziblatt. Die leider nicht so recht überzeugten.

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Peter Maxwill: Die Reise zum Riss

Peter Maxwill: Die Reise zum Riss

Es ist kein Buch, das Erkenntnisse übermitteln will, es ist auch keine Analyse. Eher beschreibt es den aktuellen Zustand in Deutschland, für den oft der Begriff des Risses verwendet wird. Peter Maxwill ist Jahrgang 1987, Rheinländer und Zeithistoriker. Studierte in Münster, Hamburg und Rom, absolvierte parallel die Journalistenausbildung am Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses in München. Arbeitete zwischen 2004 und 2014 als freier Journalist – unter anderem für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, den WDR sowie die Nachrichtenagenturen dpa, KNA und Associated Press. Ab Januar 2015 Volontär bei SPIEGEL ONLINE, seit März 2016 Redakteur. Er berichtet in einzelnen Kapiteln von seinen Reisen in Deutschland, im Osten wie im Westen, von Gesprächen mit Menschen, auch von den Versuchen, die beiden Seiten des politischen Spektrums an einen Tisch zu setzen. Es ist ein Buch mit Geschichten eines Landes, das vielfach gespalten erscheint und in dem oft von einer Identitätskrise die Rede ist. Es sind Erzählungen, in denen es um Rechtsterrorismus und Islamismus, den Zusammenhalt in Gemeinschaften, Priester, Lehrer, Lokalpolitiker, Teenager und Dorfbewohner geht. Aber auch um Heimat oder Globalisierung. Was kann eine solche Beschreibung liefern, die wir doch meinen, gut genug zu kennen?

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Nein, ich bin nicht faul, ich habe schon wieder zwei Bücher durch, die einer Rezension bedürfen. Aber ich bin zur Zeit in den Cotswold Hills in England, kaufe die Supermärkte leer und genieße das englische Landleben. Dazu gibt es natürlich wie üblich einen Reisebericht. Selbst im Urlaub kann ich mir das Schreiben nicht verkneifen.

Im August 2019 war ich ein paar Tage im Wendland, um mit dem Hundi einige Touren zu machen. Das Wendland bietet sich von Celle aus geradezu an, ist etwa 90 Minuten Autofahrt entfernt. Noch ist es so etwas wie ein Geheimtipp, obwohl der Tourismus dort stark zugenommen hat, schon wegen der Kulturellen Landpartie von Himmelfahrt bis Pfingsten. Ein Radfahr-Paradies, aber auch für Wanderer bietet es so einiges. Ein kurzer Abriss unserer Tour.

Ahmad Mansour: Generation Allah

Ahmad Mansour: Generation Allah

Inzwischen habe ich so einige Bücher durch, die sich entweder mit dem Islam als solchem oder den soziologischen und politischen Einflüssen auf unsere Gesellschaft beschäftigen. Die meisten dieser Bücher gehen die Themen wissenschaftlich oder zumindest analytisch an. Ahmad Mansour dagegen ist ein Mann der Praxis. Der 39-jährige arabische Israeli, wie er sich selbst nennt, ist seit 2004 in Deutschland und hat seit 2017 die deutsche Staatsbürgerschaft. Er wurde in wenigen Jahren zum wichtigen Ansprechpartner rund um die salafistische und islamistische Jugendszene in Deutschland. Aktuell engagiert er sich in leitender Funktion im Berliner Anti-Gewalt-Projekt Heroes, das sich unter anderem gegen patriarchale Familienstrukturen und religiös aufgeladene Frauenverachtung engagiert. Von 2012 bis 2014 war Ahmad Mansour Mitglied der Deutschen Islamkonferenz. Rein beruflich ist er Psychologe und Autor. Qualifiziert ist er nicht nur deshalb, sondern auch durch seine eigene Historie, er war in Israel Mitglied der Muslimbrüderschaft und einmal selbst auf dem Weg in die Radikalisierung. Dann wählte er einen anderen Weg, zum Glück. Sein Buch Generation Allah ist kein wissenschaftliches Werk, sondern mehr Erfahrungsbericht aus seiner Praxis. Aber kommt er auch zu machbaren, wirksamen und realistischen Vorschlägen, wie man Jugendliche vom Weg in den Salafismus und Islamismus abbringt?

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Hamed Abdel-Samad: Mohamed

Hamed Abdel-Samad: Mohamed

Was bringt einen gläubigen Muslimen dazu, an seinem Glauben und an dessen Grundlagen, dem Propheten Mohamed und dem Koran, zu zweifeln? Es begann wohl mit einem derben Witz, den ein deutscher Kommilitone des Muslims, ein katholischer Theologiestudent, über Petrus, Maria und den Heiligen Geist riss. Der Muslim fragte sich, wie jemand so flapsig und geringschätzig mit seinem Glauben umgehen kann. Doch es muss ihn ins Nachdenken gebracht haben. So beginnt er, das Leben Mohameds und den Koran wissenschaftlich und aus humanistischer Sicht zu analysieren. Was dabei heraus kam, widerlegte nicht nur seinen Glauben, sondern erklärt darüber hinaus vieles, was uns Christen, Atheisten oder Agnostiker sprachlos beim Islam zurück lässt. Vollverschleierung, Kopftücher, Ehrenmorde, offen frauenfeindliche Strukturen in Familien. Es erklärt ebenso, mit welchem Weltbild Islamisten, Salafisten und ISIS unterwegs sind, wie sie ihre und unsere Welt sehen. Sogar für mich kamen Antworten dabei heraus, die ich nicht erwartet hatte. Zum Beispiel, warum bei meinem Besuch am Tag der Offenen Tür in einer Moschee mir auf manche meiner Fragen keine Antworten gegeben werden konnten. Jetzt weiß ich wenigstens, warum. Aber war es Unwissenheit oder das Wissen, dass meine Fragen kaum ehrlich zu beantworten waren? Weil die Widersprüche zwar bekannt, aber nicht sagbar waren?

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Von den vielen Büchern, Artikeln und Beiträgen, die ich in letzter Zeit gehört habe, oder zu den gehörten Podcasts vom DLF, WDR und SPON, habe ich mit dem Buch von Cornelia Koppetsch zum ersten Mal das Gefühl gehabt, eine Ahnung zu bekommen, was zur Zeit los ist. Auch wenn das Buch mühsam war. Aber es gab mehr zu begreifen. Ich musste ebenso meine eigene Rolle und mein eigenes Selbstverständnis in Frage stellen, meine Sicht der Welt relativieren. Genau so habe ich jetzt den Eindruck, dass die Rolle von PEGIDA und AfD eine andere ist, der mit Reden oder Verständnis zeigen wenig beizukommen sein wird. Das Buch Die Gesellschaft des Zorns wird mir im Rückblick auf meine eigene Vergangenheit klarer und verständlicher. Daher ein selbstkritischer Rückblick in meine Geschichte.

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