Dust in the air suspended ...
Bride of the Noisemakers

Bride of the Noisemakers

Normalerweise schätze ich Live-Aufnahmen eher weniger. Weil die Soundqualität meistens nicht stimmt, doch bei dieser Aufnahme habe ich zuerst gar nicht gemerkt, dass es eine Live-Aufnahme ist, so perfekt ist die Qualität, so dicht und right-into-your-face. Und weil das Feeling des Gigs nicht zuhause im Wohnzimmer ankommt, weil man nur hört, nicht fühlt und sieht. Diese CD hat mich eines Besseren belehrt.

Die Sammlung von Live-Auftritten des amerikanischen Pianisten und Keyboaders Bruce Hornsby und seiner Band The Noisemakers aus den Jahren 2007 bis 2009 arbeitet sich in unglaublich konsistenter Form durch altes und aktuelles Material. Was die Aufnahmen so hörenswert macht, ist nicht nur die wortwörtliche Spielfreude der Band, sondern auch die beachtliche Flexibilität von Bruce Hornsby, seine unglaublichen Live-Fähigkeiten. Da wird aus vier einzelnen Songs plötzlich einer, da geht es nahtlos von Fortunate Son (Hornsby) zu Comfortably Numb (Pink Floyd), wobei das Publikum erst einige Zeit braucht, es zu begreifen. Hornsby lavriert dabei oft an der schwierigen Grenze zwischen Jazz und Pop, und er ist einer der wenigen Musiker, die das können ohne sich selbst nicht treu zu bleiben. Die sogar Free Jazz-Elemente einbauen können, ohne gezwungen oder krampfhaft zu wirken. Die von Pop bis Jazz authentisch bleiben. Und auch noch alles an Stilen verwursten, bis das Original kaum mehr erkennbar bleibt.

Das Resultat ist eine Live-Musik, die sich qualitativ nicht hinter Studioaufnahmen zu verstecken braucht, dafür noch zusätzlich eine Lebendigkeit und einen Abwechselungsreichtum bieten, der Studioaufnahmen eben abgeht. Für Hornsby-Fans absolutes Must-Have, für Noch-Nicht-Fans eine Möglichkeit, mit diesem großen amerikanischen Musiker warm zu werden.

Fünf von fünf möglichen Pianotasten.

Bruce Hornsby and the Noisemakers – „Funhouse“
from Bruce Hornsby on Vimeo.

Bruce Hornsby and the Noisemakers – „White-Wheeled Limousine“
from Bruce Hornsby on Vimeo.

Speaker's Corner

Speaker’s Corner

Podcasts überall, nicht nur in Blogs und anderen Web-Quellen, auch viele Sendungen der Rundfunkanstalten, welch altmodisches Wort, sind als Podcasts verfügbar. Gut, was so viele scheinbar können, sollte einfach sein. Ist es auch, wenn man die Technik im Griff hat und sich über Inhalte klar ist. Hier also eine Anleitung zum Erstellen von Podcasts, was man braucht und was nicht.

Beginnen wir mit der Technik, meistens das größte Hindernis, trotz der Annahme, dass heute selbst ein Grundschüler einen PC konfigurieren könnte.

Hardware

Vorausgesetzt, der PC ist komplett vorhanden, brauchen wir minimal noch:

  • entweder ein an den PC direkt anschließbares Mikro, Quelle PC-Händler, und einen Kopfhörer, oder alternativ
  • ein Headset, Kopfhörer und Mikro in einem, beides für den direkten Anschluss an die Soundkarte des PCs. Quelle wie zuvor. Empfehlungen: LOGITECH PC860 (ca. 10 Euro) bis zu SENNHEISER PC151 (ca. 70 Euro). Sennheiser baut sehr ordentliche Headsets, auch im Bereich von 30 Euro. Bitte einen Hörer mit zwei Seiten nehmen, die einseitigen treiben einen schnell in den akustischen Wahnsinn.

Das wäre die Hardware-mäßige Minimal-Ausstattung. Möchte man es semiprofessionell machen, sähe die Liste etwas anders aus:

  • Ein kleines Mischpult mit eingebautem USB-Interface, z. B. ALESIS MULTIMIX 4USB, oder ähnliche Pulte von Behringer. Darauf achten, dass das Pult Phantomspeisung für Mikrophone unterstützt!
  • Einen Kopfhörer mit höherem Qualitätsanspruch, wie den AKG K-271 MK II oder ähnlich. Er muss nicht ohrumschließend sein, es hat aber seine Vorteile.
  • Ein Kondensator-Mikrophon, das THE T.BONE SC400 ist bei einem Preis von 70 Euro ein guter Kompromiss zwischen Preis und Qualität.
  • Ein ausreichend langes XLR-Kabel zwischen Mikro und Mischpult.
  • Einen Tischhalter für das Mikro, ich benutze den MILLENIUM DS100, zusätzlich noch einen Pop-Filter, den gibt es bei Thomann im Bundle mit dem Mikro.

Für die Minimalkonfiguration ist die Sache einfach: die beiden Stecker für Mikro und Hörer sind farblich codiert, grün und rosa, und kommen in die entsprechenden Anschlüsse der Soundkarte des PCs. Für die größere Lösung sollte man schon etwas mit Audiotechnik vertraut sein, schwierig ist es aber auch nicht: USB-Pult mit einem USB-Anschluss des PCs verbinden, Mikro über ein XLR-Kabel auf einen Mikro-Eingang des Pultes, Hörer an Headphone Out des Pultes, bei Kondensator-Mikrophonen das Einschalten der Phantomversorgung nicht vergessen. Wer etwas über Mischpulte lesen möchte, findet an dieser Stelle einen Artikel dazu. Danach sollte die Unwissenheit über die Bedienung eines Pultes kein Hindernis mehr darstellen. So weit die harte Ware.

Software

In der letzten Zeit hat sich auf der Softwareseite ein kostenloser Standard etabliert: Audacity, kostenlos und erstaunlich leistungsfähig. Bezüglich Konfiguration und Bedienung ist in der Site genug zu finden, so dass auch Unerfahrene schnell zu Ergebnissen kommen. Kleine Tücke ist, dass in der Konfiguration von Audacity bei Verwendung eines USB-Pultes oder Wandlers als Ein- und Ausgang der USB Audio Codec gewählt werden muss.

Tatsächlich ist es ein größerer Schritt, wenn man mit diesem Thema noch nicht beleckt ist, aufzunehmen und zu bearbeiten. Nicht erschrecken, nicht abschrecken lassen und die Anleitungen für Audacity durch arbeiten. Es ist nicht so schwierig, wie es auf den ersten Blick aussieht. Audacity zum Aufnehmen zu wählen, hat eine Menge Vorteile, denn man kann nicht nur Patzer oder Seitenblättern herausschneiden, sondern auch später Jingles oder externe Aufnahmen mit hinein mischen, im Prinzip wie in einem „richtigen“ Tonstudio. Und nicht vergessen, sich den LAME MP3 Encoder dazu zu laden, um direkt aus Audacity MP3-Dateien erzeugen zu können.

Die wirklichen Knackpunkte

Nun wollte ich nicht detailliert auf die Hardware und Software eingehen, denn dazu finden sich im Netz genug Hilfen zur Auswahl und zur Konfiguration. Die anderen Fragen sind die, wie man einen solchen Podcast gestaltet und welche sonstigen Voraussetzungen wichtig sind. Diese Geschichte fängt mit der akustischen Gestaltung an.

Macht man seine ersten Aufnahmeversuche, wird man einige Merkwürdigkeiten feststellen, an die man zuerst nicht gedacht hatte. Die eine sind Nebengeräusche, da fährt ein LKW am Haus vorbei, der Nachbar geht duschen oder der Tisch macht Geräusche, so bald man sich auch nur minimal bewegt. Von Maus-Clicks ganz zu schweigen, oder der PC-Lüfter ist im Hintergrund zu hören. Die Clicks beim Starten der Aufnahme sind noch das kleinste Problem, die kann man in Audacity (ich nutze n-Track zum Mischen und Goldwave zum Aufnehmen und Bearbeiten) herausschneiden, ebenso Geräusche, die in Sprechpausen entstanden sind. Aber den LKW oder die Dusche eben nicht. Daher empfiehlt sich für das Aufnehmen ein möglichst geschützter Raum, in dem keine Nebengeräusche zu hören sind. Bei mir ist das der Keller, dort habe ich einen stabilen Tisch und sämtliches Equipment, so dass ich nicht auf- oder abzubauen brauche. Und die einzige mögliche Störquelle ist ein Wasserrohr, aber das alles ist berechenbar. Von einem Amerikaner habe ich gelesen, dass er im Abstellraum aufnimmt. Auch eine Variante.

Speaker's Booth

Speaker’s Booth

Die Möglichkeit, sein Studio im Keller zu errichten, ist sicher nahe am Optimalen, weil es dort meistens am ruhigsten ist. Aber dann kommt ein neues Problemchen auf: Raumakustik. Es ist hallig, die nackten Wände eines Kellers sorgen für eine unruhige Akustik, die Stimme verschwimmt. Dazu muss nicht mal ein Keller her, in so manchem größeren Wohnzimmer oder Arbeitszimmer hat man genug Raumhall, der die Verständlichkeit stört. Es klingt einfach schlecht. Bei einem Headset tritt dieser Effekt übrigens nicht so ausgeprägt auf, ein Großmembran-Kondensatormikrophon dagegen lässt selbst einen unruhigen Fuß noch klar in der Aufnahme präsent werden. Dagegen hilft nur eins: Dämmen. Da man im Keller wohl weniger Ärger mit der Dame des Hauses bekommt, wenn man die Wände mit Dämmmatten tapeziert, diese sind ein probates Mittel, bekommt der Keller wieder Attraktivität. Ansonsten helfen Teppiche, Vorhänge oder Polstermöbel. Wie man den Raum nun akustisch trockener bekommt, ist sehr individuell. Ist der Raum groß, ist es günstiger, die Dämmungen auf Schaumplatten oder Sperrholz zu kleben und mittels Holzlatten ein Gestell zu bauen, das die Konstruktion im Raum frei platzierbar macht. So in meinem Keller geschehen. Dann brauchen zwar noch ein oder zwei Wände eine Dämmung, aber es hält sich geldlich und optisch im Rahmen. Tatsächlich sollte man sehen, dass man den Raum akustisch so trocken wie möglich bekommt. Professionelle Studios haben einen Speaker’s Booth, einen kleinen Raum, der akustisch sehr ruhig ist, mit einem Fenster zur Kommunikation. In diese Richtung sollte man möglichst kommen. Es muss übrigens gar nicht so teuer werden, sein Studio auszustatten. Um die Kellerregale zu verstecken und den Raum weiter zu dämmen, habe ich billige Decken von IKEA und eine Vorhangstange verwendet. Macht das Kellerstudio wohnlicher und akustisch angenehmer. Die Dämmmatten kann man von Thomann kaufen, manche Schaumstoffhändler haben diese aber auch als Verpackungsmaterial.

Sind diese Fragen gelöst und man vielleicht sogar seinen eigenen Speaker’s Booth, bleibt noch das Material als Störquelle. Viele PCs haben einen Lüfter, der laut und vernehmlich tönt, was dann in der Aufnahme nicht zu überhören ist. Ideal sind daher Netbooks und Nettops, die keinen Lüfter haben, oder nur einen sehr kleinen und leisen. Aber auch professionelle PCs, die gebraucht schon um die 150 Euro zu bekommen sind, können erstaunlich leise sein. Mein Fujitsu ESPRIMO E5915 jault beim Verbinden mit dem Stromnetz einmal auf, danach ist er aber nicht mehr zu hören. Bestehen diese materiellen Möglichkeiten nicht, kann man mit Hilfe eines Reparatur-fähigen PC-Händlers versuchen, seinen Rechner leiser zu bekommen, zum Beispiel durch Montage von Gummidämpfern für Lüfter und Festplatten, oder durch Austausch des Netzteiles. Letztes Mittel ist ein großer Karton, der innen mit Dämmplatten beklebt wird, aber noch Platz für den Wärmeaustausch lässt, so dass der PC sein eigenes Speaker’s Booth bekommt und nicht so sehr durch Geräusche stört.

Problem gelöst, neue Probleme

Hat man das alles hin bekommen, alle Hardware und Software am Laufen, sein schönes und inspirierendes Plätzchen, dann, ja dann geht es an die Inhalte selbst. Vorausgesetzt, man hat es Ideen, was man in seinem Podcast machen möchte, können ein paar Gedanken über die Ausgestaltung nicht falsch sein.

Es gibt Leute, die schreiben sich für eine halbe Stunde Sprechen drei Stichworte auf eine Karteikarte und leisten sich nicht ein einziges Äh. Andere schreiben den kompletten Text aus und verhaspeln sich doch achtmal. Ich denke, es kommt auf den Text an. Ist man mit den Themen sehr vertraut, ist freies Sprechen mit einiger Übung möglich. Ablesen von Text verleitet zu eher monotonem Sprechen, was absolut kontraproduktiv ist, denn die Hörer schlafen ein oder schalten ab. Man muss an diesem Punkt seine eigene Wohlfühlgrenze ausloten, wie viel an Inhalt und Text man vorproduziert. Zu bedenken ist, dass man den Text dann auch vor Augen haben muss, so kommen die Probleme mit raschelndem Papier oder Maus- und Tastaturgeräuschen wieder in den Vordergrund. Und man kann nicht alles heraus schneiden, was stört, wenn es hinter der Sprache liegt. Optimal ist es, wenn die Notizen auf eine DIN A4-Seite passen, oder auf einen Bildschirm. Und das groß genug, denn je größer die Schrift, desto weniger Gefahr sich zu verhaspeln oder im Text zu verlieren. Ausprobieren.

Nichts ist gefährlicher als eine langweilige Stimmführung, nichts ist nerviger als eine Wiedergabe mit Pop-Geräuschen bei den explosiven Konsonanten oder ein zu leiser Sprecher, nichts ist einschläfernder als eine Kettung von Bandwurmsätzen oder eine Sprache, die von Substantiven überquillt, Beamtensprache. Den ersten Punkt muss man üben und man muss sich trauen, variabler und mit weiterer Stimmführung als vielleicht im Alltag zu sprechen. Die Pop-Geräusche kann der Filter vermeiden, man sollte aber auf dem Abstand zum Mikro achten, eine Handspanne ist meistens am besten, für den Pegel die Anzeigen in der Aufnahmesoftware beachten, der Pegel sollte so bei -3 bis -6dB liegen. Ein Software-Kompressor (soft knee) in der Aufnahmesoftware hilft, Übersteuerungen zu vermeiden. Bleibt die Sprache als solche, daran muss man, wie bei den Webinaren schon geschildert, arbeiten. Die Texte sollten abwechselungsreich und farbig, aber nicht grell oder schrill sein.

Blieben noch die übrigen Gestaltungsmöglichkeiten. Jingles, also Musiksequenzen oder andere Einstreuungen, sind hilfreich für den Wiedererkennungswert und wecken ein wenig, brechen die längeren Textsequenzen auf. Aber Finger weg von urheberrechtlich geschütztem Material von CDs oder aus dem Netz, das kann teuer werden. Entweder nach freien Jingles suchen, oder selbst welche gestalten. Musiker an Gitarre oder Klavier/Keyboard sind hier besser dran. Ansonsten sind der Phantasie kaum Grenzen gesetzt: Außenaufnahmen mit einem Diktiergerät, Familie oder Freunde um Abschnittsbeiträge bitten, den Text mit unauffälligen Sounds unterlegen. Also z. B. Musik ohne Soloinstrumente oder Gesang, möglichst gleichförmig. Hier kommt die Kreativität ins Spiel und der Bereich, wo der individuelle Podcast gestaltet wird.

Vom eigentlichen Thema ganz abgesehen. Denn das bleibt das Schwierigste.

Im ersten Artikel zum Thema ging es mehr um technische und organisatorische Voraussetzungen für Webinars. Das ist aber nur die halbe Miete für erfolgreiche Online-Veranstaltungen, denn selbst wenn organisatorisch alles bestens klappt, kann die Durchführung gerade online viel schwieriger werden als in einer Präsenzveranstaltung. Weil …

  • Es gibt kein Feedback zwischen Vortragendem und Publikum, man sieht nicht, ob Leute einschlafen, sich sperren, Widerspruch nonverbal signalisieren.
  • Die Hürden für Fragen, Kommentare oder Einwände sind höher, auch wenn Chat-Kanäle in fast allen Programmen für Online-Meetings zur Verfügung stehen.
  • Es fehlt die körperliche Präsenz des Trainers oder Seminarleiters, Online-Seminare können wesentlich schneller ermüden oder langweilen.

Ein Webinar ist definitiv einfacher zu planen, aber wesentlich schwieriger durchzuführen als ein Präsenz-Seminar. Wenn es im Sinne einer Aktivierung der Teilnehmer erfolgreich sein soll, müssen die Botschaften und Inhalte zuverlässig bei den Adressaten ankommen. Daher noch ein paar Tipps und Ratschläge, aus der Theorie und der Praxis.

Präsentation

Die Präsentation, die im Webinar verwendet wird, ist nicht nur Vehikel zum Transport von Botschaften, sie ist der rote Faden, sie macht die Struktur, sie führt und leitet. Jede Investition in die Folien zahlt sich aus, daher sollte man an dieser Stelle nicht sparen. Eine „ordentliche“ Präsentation beginnt mit einer Agenda, einer Übersicht über den Verlauf und die Inhalte, die kommen. Diese Agenda sollte bei jedem Abschnittswechsel wieder auftauchen, damit die Hörer darin eine Leitlinie haben und wissen, wo sie gerade stehen. Auf logische Abfolge achten, sonst geht der führende Charakter der Präsentation schnell verloren. Daran denken, dass die Präsentation der zentrale Aspekt des Webinars ist, erst danach kommt die Stimme des Präsentierenden.

Was in vielen Präsentation in Bullet-Listen, Diagrammen und endlosem Text verloren geht, ist das, was im Vordergrund stehen soll: die Kernbotschaften. Das, was vermittelt werden soll und was hängen bleiben muss. Warum ist dieses neue Produkt so großartig und wichtig? Warum ist es so wichtig und entscheidend, dieses Wissen oder diese Kenntnisse zu haben? Argumentieren ist gefragt, Vorteile und Gewinne darzustellen. Nur das, was uns einen Gewinn, einen Vorteil oder eine positive Veränderung bietet, kommt durch und bleibt hängen. Damit solche Inhalte ankommen, ist nicht nur Klarheit und Struktur wichtig, sondern auch das, was Lernen immer beeinflusst, nämlich Wiederholungen. Kernbotschaften wiederholen und platzieren, wo immer sie passen. Und zu den Kernbotschaften gehört es, dass ein aktives Ziel für die Präsentation definiert wird, was ist das Ziel und was ist der Sinn der Geschichte? Zeigen, nicht erzählen, ein wichtiger journalistischer Grundsatz.

Noch mal zum Thema Inhalte und Layout, schon oft gehört, aber immer wieder gerne vergessen. Die schon angesprochenen Bullet-Listen, Diagramme und Textwüsten vermeiden, sie langweilen, sie haben keine offensichtlichen Botschaften. Stattdessen viel mit Bildern arbeiten, die emotional ansprechen. Botschaften statt Bleiwüsten, Argumente statt Kuchenscheiben, Geschichten erzählen statt Fakten aufzählen. Auch nicht vergessen, in der Präsentation Highlights zu setzen, um immer wieder zu wecken und zu motivieren. Und lieber die Folien übersichtlich und in ihren Aussagen reduziert halten als den Teilnehmer mit Grafiken, Text und Zahlen zu erschlagen. Der Teilnehmer soll uns zuhören, und nicht lesen. Daher sind Bilder viel hilfreicher, sie lenken weniger ab und sprechen oft mehr als Text. Text spricht im Grunde nie, weil über ihn wenig Emotionales zu übermitteln ist.

Dazu noch ein kleines eBook von Anita Hermann-Ruess: Speak limbic.

Jeder Jeck ist anders

Im günstigsten Fall kennt man die Leute, die auf der anderen Seite sind, persönlich. Um ungünstigten Fall sind es völlig Fremde. Der Grund, dass ich speziell darauf eingehe, ist der, dass die Motivation der Teilnehmer grundverschieden sein kann und wird, und damit auch die Wahrnehmung. Ich hole etwas aus, um das Problem zu umreißen.

Unsere Wahrnehmung ist nicht neutral, wir filtern eingehende Informationen nach dem, was uns interessiert oder was unseren Zielen dient. Mein Lieblingsbeispiel: zwei Männer gehen durch eine Stadt, der Architekt sieht nur die Gebäude, der andere nur die jüngere weibliche Bevölkerung. Genauso ist die Wahrnehmung unserer Teilnehmer unterschiedlich. Am einfachsten ist noch der Vertriebler, dem es am wichtigsten ist, möglichst viel Umsatz und persönlichen Gewinn zu machen. Für ihn zählen Begriffe wie Value Proposition, Rendite, Argumentation. Die Frau aus dem Marketing denkt, angenommen, mehr in Bindungsaspekten, sie reagiert eher auf persönliche Ansprache, Zahlen und Fakten beeindrucken sie wenig. Und der Youngster aus dem Produkt-Management ist auf der Suche nach Neuem, Aufregendem und Innovativem. Ihn interessiert weder Bindung noch persönlicher Gewinn, er ist iPhone-Besitzer, er sucht den Kick, das Unbekannte.

Diese drei Teilnehmer haben ihren Interessen und Erwartungen entsprechend unterschiedliche Wahrnehmung. Und man könnte hier noch weitere Wahrnehmungs-Archetypen finden. Mit Zahlenkolonnen und Balkendiagrammen kann man überzeugte Buchhalter ansprechen, den Rest nicht. Unser Ziel muss es sein, alle Teilnehmer zu erreichen, den in Euro denkenden Vertriebler, den Innovations-Sucher und den Bindungs- oder Sicherheitssucher, der gerne hören möchte, dass wir auch dieses Mal alles so machen, wie wir das schon immer gemacht haben. Nur so können wir unsere Botschaften herüber bringen und zu Ergebnissen kommen.

Wie können wir die unterschiedlichen Wahrnehmungstypen erreichen? Indem wir allen etwas bieten, was ihrem Erwartungsprofil entspricht. Dem Vertriebler seine Margen, dem Innovativen seinen Hype. Die Wege dazu sind einfach: Zahlen und Fakten sind hilfreich, doch ansonsten viel mit Bildern und Geschichten arbeiten, reale Beispiele, Erfolgsgeschichten, Botschaften, Ziele. Auf jeden Fall zu vermeiden sind von Text überbordende Folien, die beliebten Bullet-Listen n-ter Verschachtelung. Layout und Inhalte einfach halten und auf die verschiedenen Zielgruppen ausrichten. Struktur und Logik beibehalten, Botschaften und Keymessages inszenieren, Abwechselung bieten und, wenn möglich, Interaktion nutzen. Abstimmungen oder Kommentare über Chat anfordern, den Teilnehmer in der Präsentationen halten und ansprechen, auf möglichst vielen Kanälen und mit den entsprechenden Reizen für die so verschiedenen Wahrnehmungstypen.

Mal anders machen

Um Webinars angenehmer und interessanter zu machen, sind auch Erweiterungen denkbar, die Farbe und Abwechselung hinein bringen. So nehme ich mir gerne einen Co-Moderator dazu, wie den Entwickler eines Produktes oder einen Spezialisten zu einem speziellen Aspekt des Themas. Vorausgesetzt, dass diese Person für diese Zwecke brauchbar ist, was Sprache und Kommunikations-Fähigkeiten angeht. Hat man den Richtigen an seiner Seite, können das dann so richtig lustige Veranstaltungen werden. Für die Zuhörer kommen nun unterschiedliche Stimmen ins Spiel, und die Fokussierung der Zuhörer steigt. In diesem Fall ist die Technik etwas aufwändiger, meistens kann man nur ein Mikro und Headset an einen PC anschließen, ich verwende daher ein Mischpult und einen kleinen Verstärker, an den man mehrere Kopfhörer anschließen kann. Auch verwende ich nicht das Micro des Headsets, sondern ein Kondensator-Mikro, das wesentlich bessere Audio-Qualität bietet (zwischen den Monitoren zu ahnen).

Kleine Geschichten, Comics oder Bilder können ebenso den Verlauf der Präsentation auflockern, es ist aber immer ein Navigieren am Rande der Struktur. Wenn man eine Geschichte hat, und sie passt zum Thema oder verdeutlicht es sogar, spricht nichts dagegen. Videos oder Musik geht über viele Tools für Online-Präsentationen eh nicht, weil die Bandbreite zu gering ist.

Am Ende

Die meisten Präsentationen enden mit einer Dankeschön-Folie, was den Teilnehmer ins Leere laufen lässt und er sich fragt, was er denn nun mit dem Gebotenem machen soll. Ich würde etwas anderes vorschlagen. Zusammenfassung der Inhalte, Anregung zum aktiven Umsetzen der Inhalte, Kernbotschaften ein weiteres Mal wiederholen. Fragen und Kommentare brauche ich nicht explizit einzufordern, wem etwas auf der Seele liegt, wird das auch einbringen, daher ist die Frage nach Kommentaren an sich überflüssig. Und nicht alle Leute da draußen haben Headsets. Manchmal sogar keiner. Bedanken ja, aber mündlich reicht, nicht verwässern, nicht zurück rudern.

Der Anfang und das Ende der Präsentation sind die Punkte, die am meisten Aufmerksamkeit bekommen, also diese Momente auch nutzen, um Botschaften und Appelle unterzubringen und zum Handeln aufzufordern.

Fazit

Die wesentlichen Punkte noch einmal in der Übersicht.

  • Kernbotschaften klar definieren und aussprechen, wiederholen und inszenieren.
  • Highlights setzen, regelmäßig wecken, Interaktion anregen.
  • Die unterschiedlichen Motivationen und damit Wahrnehmungen beachten und respektieren. Möglichst viele Erwartungshaltungen berücksichtigen und befriedigen.
  • Die Präsentation frei von Bullet-Listen, Bleiwüsten und Zahlenschlachten halten, stattdessen mit Bildern, Geschichten und nachweisbaren Erfolgen arbeiten. Beispiele greifbar und für jeden nachvollziehbar machen.
  • Klare Struktur der Präsentation, Agenda durch die Präsentation verwenden und Orientierung und Leitfaden anbieten.
  • Zeigen, nicht erzählen. Früher zählte das Erreichte, heute reicht oft das Erzählte, das ist kein erfolgreicher Weg in einer Präsentation.
  • Am Ende Kernbotschaften nochmals wiederholen, zum Handeln auffordern, Ziele definieren.

Für ganz wesentlich halte ich es, neben Zahlen und Fakten die emotionale Wirkung von Bildern und Geschichten von realen Personen zu nutzen. Wir sind heute stark gesellschaftlich dahin gehend geprägt, dass Zahlen und Fakten am wichtigsten seien, dass sie die schlagenden Argumente sind. In der Tat, wie Richard David Precht es formulierte, wedelt meistens der emotionale Hund mit seinem rationalen Schwanz. Entscheidungen werden ganz stark von emotionalen Aspekten beeinflusst. „Fühle“ ich mich mit der Entscheidung wohl? „Schmeckt“ mir das Thema? „Hört“ sich das gut an? Es mag wenige Leute geben, die von Zahlen und Fakten überzeugt werden können. Doch das Gros entscheidet im Bauch. Und dazwischen steht das limbische System mit seiner Filterung der Wahrnehmung. An diesem Wächter müssen wir vorbei, nur dann können wir unsere Botschaften an Mann und Frau bringen.

Ob Frau S. eine Ahnung hat, wie sehr sie mich inspiriert? Lange konnte ich ihr nicht aus dem Weg gehen, so traf ich sie vor ein paar Tagen an der Garage. Sie schaute angestrengt und in gebückter Haltung an ihrem schwarzen Auto entlang, da musste irgendwo so etwas wie ein Streifen sein, den bestimmt Frau K. in der Garage beim Einsteigen mit ihrer Umhängetasche verursacht haben musste. Frau K. passt ja nie auf, und frech ist sie auch noch. Sie schauen ja immer nach, ob irgendetwas am Auto ist, auch wenn sie in der Stadt waren. Und dass Frau K. immer so aufstampfen würde, deshalb sei meine Vormieterin auch völlig entnervt ausgezogen. Mein Kenntnisstand bezüglich des Auszuges an dieser Stelle ist ein völlig anderer, auch den Zustand der Wohnung nach Frau W.’s Auszug wollte ich an dieser Stelle nicht einbringen. Das Problem mit dem lauten Rolladen-Herunterlassen überspringe ich jetzt. Und das Garagentor, morgens um acht. Geschlagene zwölf Minuten meiner Arbeitszeit hat es mich gekostet. Ich gehe darauf später noch einmal ein.

Veränderung ist für Frau S. wohl nicht mehr möglich, aber wie weit ist Veränderung überhaupt möglich, wenn sie an die Grundfeste der wirtschaftlichen Existenz geht, an den Job, den Beruf? Und was kann man von so einer Veränderung überhaupt erwarten? Was ist noch möglich, und wie?

Ich vermute, dass Frau S. solche Zeiten nicht hat wie ich in den letzten Wochen. Zeiten Neues zu sehen und zu erleben, Bücher zu lesen, die nachdenklich machen und die helfen, eigene Fragen und Grenzen in Frage zu stellen. Ein solches Buch ist „Lebe deine wirkliche Berufung: Der spirituelle Weg“ von Guido Ernst Hannig. Zuerst hat mich der Titel etwas abgeschreckt, Spiritualität ist nicht unbedingt ein Modewort heute. Hannigs Ansatz ist jedoch keine verquere Esoterik, sondern er betrachtet die Fragen der beruflichen und damit persönlichen Veränderung oder Entscheidung aus der Sicht der inneren Berufung. Was diese innere Berufung ist, woher sie stammt und wie sich zeigt, stellt er an konkreten Fällen dar, nicht aus theoretischer Betrachtung. Dass sich Hannig dabei auf christliche Tradition und universale Bestimmung beruft, kann zuerst ablenken, tatsächlich führt er uns auf ganz ursprüngliche Botschaften zurück, die uns aus der abendländischen Welt vertraut sind. Auf diese Weise führt er bekannte Leitlinien und neue Sichtweisen zusammen.

Ziel seines Buches ist nicht nur das Erkennen seiner inneren Berufung, sondern auch das Finden eines Weges gegen die inneren Widerständes des Egos und der Vernunft, der Umgang mit der Umgebung und das Einbetten der Veränderung in den Alltag. In diesem Sinne weit ab von Theorie und Philosophie, und immer im Bewusstsein, dass berufliche Veränderung auch persönliche bedeutet, davon nicht zu trennen ist. Somit berufliche Veränderung als ein Teil der Selbstfindung, Bereitschaft zur Veränderung als Erweiterung des inneren Horizontes. Ein gut lesbares und lesenswertes Buch, nicht nur mit dem Willen zur beruflichen Entscheidung.

Die meisten kennen sicher das Gefühl, das einen beschleicht, wenn man mit bestimmten Personen zusammen kommt, oder Beklemmungen in gewissen Situationen, oder dass man an einer Stelle immer wieder gleich reagiert, obwohl man sich hinterher an den Kopf fasst und es doch beim nächsten Mal ganz anders machen wollte. Die möglischen Gründe für diese Situationen und Verhaltensweisen behandelt Schwartz in seinem Buch „IFS – Das System der Inneren Familie“. Schwartz führt ein Therapiemodell ein, das davon ausgeht, dass neben unserem eigentlichen Selbst noch weitere Teile in uns existieren, die situationsabhängig und individuell die Regie übernehmen, ohne dass es uns immer bewusst wird. Sein Modell ist frappierend einfach und geht weg von pathologisierenden Betrachtungen und problemanalysierenden Verfahren. Stattdessen führt er ein Modell ein, das zur eigenen Wertschätzung, Achtsamkeit und Selbstführung anleitet.

Was das Buch so lesenswert und interessant macht, ist nicht nur der Ansatz, den Schwartz einführt, sondern auch die selbstkritische, praxisbezogene und realistische Art, wie er die Sache angeht. Er umreißt ein Modell, das in uns verschiedene innere Akteure einführt, denen wir nicht so hilflos ausgeliefert sind, wie wir es allgemein annehmen. Stattdessen zeigt er Methoden auf, die solche Kräfte wie beispielsweise Das Kind, Den Kritiker oder Den Einpeitscher sichtbar und erfahrbar werden lassen. Dabei gibt er keine solchen Strukturen vor, sondern ermuntert zum Finden der ganz eigenen Anteile in sich. Das Ziel kann in zwei Richtungen liegen, einmal als eine Methode für den Therapeuten, aber auch für denjenigen, der sich mit solchen inneren Vorgängen näher auseinandersetzen möchte oder muss. Im Kern geht es darum, zu sehen, und idealerweise auch zu steuern, was uns in Situationen treibt oder bremst, und warum wir scheinbar beliebig immer wieder in die gleichen Fettnäpfchen latschen.

Es ist weder Ratgeber noch Lehrbuch, eher eine praktische Anleitung für eine neue Betrachtungsweise unseres Inneren und was uns steuert. Und über mögliche Ansätze, diese Einflüsse unserer Inneren Familie zu vermindern. Eines der besten Bücher, die ich seit langer Zeit in der Hand gehabt habe.

Manche Dinge, vor allen Dingen Software, kann man schön beschreiben, mit Screenshots und Workflows. Aber so richtig klar wird es erst mit einem kleinen Video, in dem man zeigt, wann man wo clickt. Und was man wo eingeben muss. Sollte doch kein Problem sein, so etwas zu machen. Ha.

Software

Also braucht man Software, zum Mitschneiden der Vorgänge auf dem Bildschirm, dann noch zum Schneiden und zum Zusammenfügen. Ein Trailer und Jingle wäre auch nicht schlecht. Screencapture-Software gibt es sogar kostenlos, für ein paar Dollar in der Vollversion, wie Jing zum Beispiel. Das geht recht gut, ist auch einfach zu handhaben. Videos schneiden kann man mit dem kostenlosen Movie Maker von Winzigweich. Besser geht es mit VideoPad. Der hat mehr Effekte und Einblendungen und kann das Ganze dann als MP4-Video exportieren, bis hin in 1080p-Auflösungen. Als Medien kann man nicht nur Videos verwenden, sondern auch Bilder, kann deren Anzeigelängen einstellen und vieles mehr. Sogar MP3s und WAVs können zusätzlich hinzugefügt werden, z.B. für Hintergrundmusik. So, damit wären Schnitt und Aufnahmen abgehakt. Wobei sich Jing und Videopad wegen des gemeinsam verwendeten MP4-Formates doch gut ergänzen.

Intro und Trailer

Fehlt noch etwas für Intro und Trailer. Auch das gestaltet sich einfach: man erstellt mit einem beliebigen Grafiktool ausreichend große Bilder, indem man mehrere Bilder mit jeweils zusätzlichen Textzeilen macht, diese nacheinander in Videopad einfügt und zwischen den Bildern Überblendungen hinterlegt. Sieht dann schon ganz brauchbar aus. Und die Bedienung von VideoPad ist sehr intuitiv, man hat, was notwendig ist, aber nicht zu viel.

Sonstige Hardware

Für die Sprachaufnahme empfiehlt sich, wie bei Webinars auch, ein ordentliches Headset mit amtlichen Mikrofon. Die Sennheiser-Modelle sind teuer, aber gut. Logitech macht auch gutes Material, für etwas angenehmere Preise. Mit einem Tischmikro würde ich nicht arbeiten, es werden zu viele Klapper- und Bewegungsgeräusche eingefangen, das Headset arbeitet da schonender. Ganz davon abgesehen, dass man ein Shure SM57 an einem PC-Audio-Eingang nur mit speziellen Adaptern und Empfindlichkeitsverlusten zum Laufen bringt. Da ist das beidseitige Headset immer die bessere Lösung.

Der wirkliche Haken

Gut, Technik an Bord, dann kann es losgehen. Software gestartet, Jing aktiviert, 3 … 2 … 1 … Record. Öh, wie wollte ich noch mal anfangen? Ach ja, und man fängt an zu erzählen. Oh, doch vergessen, den an dieser Stelle notwendigen HTTP-Server gestartet zu haben. Von vorn. 3 … 2 … 1 … Record. Verhaspelt. Dieses und jenes wichtige Detail vergessen. Zum neunten Mal das gleiche Verb verwendet. Den Faden verloren. Versprochen. 3 … 2 … 1 … Record …

So fängt man an. Und lernt Folgendes:

  • Aus dem Stehgreif erzählen mag manchmal gehen. Würde ich aber nicht mehr machen. Stattdessen lieber den Text entwerfen, mit mindestens 14pt ausdrucken und z.B. mit Tesa an eine Wand hinter dem Monitor und sonst wo in der Nähe des Monitors platzieren. Frei sprechen geht im Plenum, beim Demonstrieren am PC aber nicht gut.
  • Das Vorformulieren als Text sorgt auch dafür, dass man alle Aspekte abgedeckt hat, und Überflüssiges gestrichen. Ein solches Video sollte maximal fünf Minuten lang sein, als Faustregel.
  • Man kann ausformuliert am Text arbeiten und Wiederholungen oder unpassende Formulierungen verhindern.

Man mag einwenden, dass das Vorschreiben des Textes viel Zeit kostet. Am Ende stellt man doch fest, dass sieben Anläufe beim Aufnehmen auch nicht viel schneller waren. Und die Qualität des Textes ist eine ganz andere, wenn sie gecheckt und abgestimmt ist. Und darauf legt man doch Wert. Selbst wenn eine Aufnahme vom Ablauf her erst einmal geklappt hat, ist man Ende beim Abhören dann doch nicht zufrieden. Also lieber vorformulieren.

Was sonst noch?

Trotz des Vorformulierens sollte man den Ablauf am Monitor einige Male geübt haben. Auch aus optischen Gründen.

  • Unklare Mausbewegungen vermeiden, nicht mit dem Mauszeiger auf dem Bildschirm herumfuchteln. Die Cursor-Bewegungen sollten ruhig, linear und direkt sein. Wenn der Mauscursor auf dem Video herumrast, sieht das übel aus. Und verwirrt.
  • Daran denken, dass alles ausgesprochen wird, was getan wird, also auch Tastenbetätigungen von Cntl-C und Cntl-V oder ESC.
  • Immer erst angeben, was ich jetzt mache, nicht im Nachhinein, das kann unklar werden. Erst erklären, dann handeln.
  • Trotzdem während der Aktionen Sprechpausen einlegen. Der Fokus des Betrachters soll entweder auf der Aktion auf dem Monitor, oder auf der Sprache des Erklärers hängen. Es geht um Lernen, nicht um Unterhalten.

Die Sache sieht zuerst ziemlich trivial aus, tatsächlich ist das Anfertigen von Unterrichts-Videos gar nicht so simple. Für den Anfang ruhig das Dreifache der Zeit einplanen, die man zuerst geschätzt hat.

Trotz der Freeware-Tools kann man so schon ganz gute Video erstellen, und ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Ein Video mehr als zweitausend Worte.

Hinter dem Bild oben liegt ein kleines Beispiel, mit VideoPad gemacht. Einfach in ein paar Minuten zusammen geclickt, nur um zu zeigen, wie simpel es ist. Die Intro- und Trailer-Texte sind PNGs, mit Fireworks gemacht, das Video in der Mitte aus YouTube geklaut. Was nicht simpel ist: klar, deutlich, verständlich und exakt zu erklären. Deshalb so viel vorbereiten, vorschreiben, üben, exerzieren wie möglich. Auch die Erklärungswege auf den Prüfstand stellen, sind es klar erkennbare Workflows, bauen die Aktionen aufeinander auf? Instructional videos sind kein Kinderspiel, sie erfordern eine Menge Vorbereitung und didaktische Ausarbeitung, um in ein paar Minuten das Maximum herüberzubringen.