Roger de Weck: Das Prinzip Trotzdem

Es waren einmal zwei Berufsgruppen, die für Wissen und Fakten zuständig waren. Leute in der Lehre und im Journalismus. Beide Gruppen haben in den letzten Jahren enorm an Anerkennung verloren. Für Journalistinnen und Journalisten sagt Roger de Weck: selbst schuld. Seit die meisten Menschen eher den sozialen Medien trauen als dem Nachrichtensprecher oder der bundesweiten Tageszeitung, geht es mit Zeitungen und Verlagen bergab. Es wird immer weniger Werbung in Print gebucht, so dass Verlagen das Geld ausgeht. Nicht jedoch den Medien, von Facebook bis TikTok, von SPIEGEL Online bis Nius. Fakten interessieren nicht mehr, Wahrheit schon gar nicht, wie es uns Donald Trump vormacht. Es geht auch nicht mehr um Informationen, sondern knallen muss es. Man möchte wenigstens einmal am Tag seine Meinung abgesondert haben, die Kommentare zu den Kommentaren kommentieren. Journalismus auf dem Abstieg, braucht keiner mehr. Dass damit auch die Demokratie und ihre Regeln den Bach herunter gehen, ist Kollateralschaden. Der Journalismus reagiert, indem er sich den Medien anpasst. Keine Nachricht, die nicht noch zwei Mal aufgewärmt wird, Ich-Journalismus über den eigenen Burnout oder andere psychische Probleme sind schnell und billig produziert, tiefgehende Recherchen einfach zu teuer. Außerdem interessieren Details kaum noch jemanden. Grell und klickgenerierend muss es sein. Was also machen wir jetzt mit dem Journalismus? Als historisches Phänomen abschreiben? Den Dampfplauderern und Untergangspropheten das Feld überlassen? Roger de Weck warnt davor, die Medien den gekauften Influencern zu überlassen, sich nur noch als Lifestyle-Ratgeber zu inszenieren. Stattdessen ruft er seine Kollegen und Kolleginnen auf, den Journalismus zu retten. Weil es ohne ihn auf Dauer nicht geht.

Roger de WeckFür weniger Meinung im Journalismus
Roger de WeckRoger de Weck im SRF

Roger François Philippe de Weck (* 17. Oktober 1953 in Freiburg i. Ü., heimatberechtigt ebenda) ist ein Schweizer Publizist und Manager. Er war von 1992 bis 1997 Chefredakteur des „Tages-Anzeigers“, danach bis 2001 Chefredakteur der „Zeit“ und zwischen 2011 und 2017 Generaldirektor der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG). […] Von 1983 an arbeitete er für die Hamburger Wochenzeitung „Die Zeit“ als politischer Redaktor, Pariser Korrespondent, Reporter und – nach einem Jahr im Verlag – als Leiter des Wirtschaftsressorts. 1992 kehrte er als Chefredaktor des Tages-Anzeigers zurück nach Zürich. 1997 wechselte er abermals nach Hamburg zur Zeit, diesmal als Chefredaktor. Von 2001 bis 2010 war de Weck freier Publizist. Er schrieb für Printmedien in Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Auch moderierte er regelmäßig die Fernsehsendung „Sternstunde Philosophie“ im Schweizer Fernsehen. […] Am 1. Januar 2011 wurde er der Nachfolger von Armin Walpen als Generaldirektor der SRG. […] Roger de Weck ist seit 2017 Mitglied der „Kommission Bildung der Schweizerischen Studienstiftung“. 2022 wurde er Vorstandsmitglied bei der Project R Genossenschaft, der Herausgeberin des Onlinemagazins „Republik“. Er hat sein Mandat als Mitglied des Verwaltungsrats der Republik und des Vorstands der Genossenschaft bereits per 10. März 2023 niedergelegt. Am 11. Mai 2021 wurde er in den Vorstand des Seenotrettungsnetzwerks „SOS Méditerranée Schweiz“ gewählt.

Dieser Text basiert auf dem Artikel Roger de Weck aus der freien  Enzyklopädie Wikipedia  und steht unter der Lizenz Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

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