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The Writer’s Pit

Rainer
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Ernst Piper: Auschwitz

Über das Dritte Reich gibt es sehr umfangreiche Dokumentation, aus politischer, gesellschaftlicher oder historischer Sicht. Sogar aus philosophischer. Braucht es dann noch ein Buch speziell über das Konzentrationslager Auschwitz? Mein Wissensstand zu Auschwitz und anderen Lagern, dem Dritten Reich und seiner Vorgeschichte habe ich bisher aus einem ganzen Abschnitt meines Bücherregals, trotzdem habe ich mir das Buch der BPB vorgenommen, in der Hoffnung auf einen anderen Blickwinkel und zusätzliche Informationen. Ich gebe zu, dass ich erst nicht ganz so optimistisch war, nach eben viel anderer Literatur zum Thema. Meine Erwartung war eher eine endlose Liste an Namen und Daten, Zahlen von Opfern und Namen von Tätern. Wie es mir in anderen geschichtlichen Werken geboten wurde. Schon das erste Kapitel zeigt, dass Piper anders vorgeht. Es geht nicht nur darum, Daten und Fakten aneinander zu reihen, sondern einen weiter reichenden Überblick zu liefern. So beginnt er in gewisser Weise mit den Anfängen des Dritten Reiches, um sich dann in den weiteren Kapiteln detaillierter mit den verschiedenen Aspekten zu beschäftigen, wie und warum es zu Auschwitz überhaupt kam. Dieses Untergliedern in unterschiedliche Themenblöcke verschafft dem Buch nicht nur eine sehr logische Struktur, sondern auch eine Lesbarkeit, die wenige Autoren von Sachbüchern erreichen. So zeigt Piper, dass geschichtliche Werke eben nicht langweilig sein müssen. Genauer und verständlicher kann man das Thema Konzentrationslager wohl kaum behandeln.


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22. August 2026
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Rainer
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Meller/Michel/van Schaik: Die Evolution der Gewalt

Nach der Bibel wissen wir vom ersten Massenmörder der Menschheit: Kain, der seinen Bruder Abel erschlug. Kain und Abel waren die Kinder von Adam und Eva. Kain erschlägt Abel aus Neid, nachdem Gott Abels Opfer bevorzugt hat. Die Geschichte gilt als frühes biblisches Beispiel für Brudermord und wird oft als Erzählung über Eifersucht, Gewalt und die Frage nach Schuld gelesen. Denkt man der Geschichte allerdings genauer hinterher, wird die Sache fraglich. Wenn die beiden Brüder in der Bibel außer ihren Eltern die einzigen Menschen waren, wie ging die Geschichte der Menschheit denn dann weiter? Auf jeden Fall wird dieser Mord auch so interpretiert, dass Mord und Töten quasi in unser Menschsein eingeschrieben sind. Also in unseren Genen verankert, somit Mord bis hin zu Kriegen Teil unseres genetischen Erbes. Das Buch hinterfragt diese Annahme auf Basis verschiedener wissenschaftlichen Richtungen, der Biologie, der Primatenforschung, der Archäologie, der Verhaltensforschung, der Geschichte. Angefangen von Gewalt gegenüber einzelnen Personen, zwischen Gruppen und Stämmen bis hin zu den großen Kriegen, wie dem Dreißigjährigen und den Weltkriegen. Nicht ohne Grund beginnt das Buch bei unseren Verwandten im Tierreich, den Schimpansen und Bonobos. Ob diese nahen Verwandten des Menschen auch Kriege kennen und wie sie Gewalt untereinander ausüben und aus welchen Gründen. Wie zu erwarten, gibt es zwischen Primaten und Hominiden erhebliche Unterschiede. Damit beginnt die Suche, wo sich dieses Verhalten verändert hat und warum. Doch nur Biologie und Ethnologie allein helfen nicht weiter. Darum kommen weitere Forschungsfelder zum Zuge.

Meller/Michel/van Schaik
Die Evolution der Gewalt
Meller/Michel/van SchaikDie Evolution der Gewalt
Meller/Michel/van SchaikDie Evolution der Gewalt
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16. August 2026
https://www.rainerboettchers.de/wp-content/uploads/2017/12/textura-media-logo-300x300l.png 0 0 Rainer https://www.rainerboettchers.de/wp-content/uploads/2017/12/textura-media-logo-300x300l.png Rainer2026-08-16 12:54:402026-08-23 09:43:25Meller/Michel/van Schaik: Die Evolution der Gewalt
Rainer
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Annette Dittert: Dear Britain

Meine Liebe zu diesem Land hält seit meiner Jugend, als ich mit 17 die Adam's Language School in Hastings besuchte und bei einer englischen Familie wohnte. In den Neunzigern dann lebte ich eine Zeit lang in Bracknell, in der Nähe von Windsor Castle. Es hat seitdem nur zwei Jahre gegeben, dass ich nicht dort drüben war: Während des Lockdowns 2021 und 2025, als ich die geplante Zeit im Krankenhaus verbrachte statt in den Yorkshire Dales. Manche Briten sagen, ich würde nach meinen vielen Besuchen von den South Downs im Süden bis zum Lake District im Norden die Insel besser kennen als sie. Annette Dittert schätze ich deshalb schon länger, weil sie in dem Land, in das ich eigentlich 2011 auswandern wollte, lebt und arbeitet. Und ich schätze ihre nüchterne, objektive und zugleich empathische Sicht auf Großbritannien. Ich kenne sie als Korrespondentin in der ARD, habe ihre Reportagen gesehen und folge ihren Beiträgen in sozialen Medien. Nicht zu vergessen ihre damalige Serie "London Calling". Deshalb weiß ich, dass sie weitaus mehr Einblick hat in dieses Land als ich jemals haben werde. Liegt auch daran, dass sie als Journalistin Zugang zu Informationen und Leuten hat, die ich nie erreichen könnte. Sie lebt auf einem sogenannten Narrowboat auf einem Kanal im Herzen Londons, hat nun dieses Buch geschrieben, in dem sie sich auf die Suche nach der Seele Großbritanniens macht. Herausgekommen ist ein Lesestück, dass für jeden, der diese Insel mag oder schätzt, noch ganz neue und überraschende Einblicke und Erkenntnisse bietet.

Annette Dittert
Dear Britain
Annette DittertDear Britain
Annette DittertDear Britain
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22. Mai 2026
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Rainer
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Ullrich Fichtner: Die Macht der Musik

Musik begleitet mich so lange ich denken kann. Meine erste Erinnerung daran war die riesige Musiktruhe meiner Tante, an der ich auf einem Stuhl stehend die Schelllackplatten mit 78 U/min. durchnudelte. Wie hier Freddy Quinn aus den späten 50ern. Mit sechs bekam ich meinen ersten Plattenspieler, ein beiges Gerät aus Italien mit schepperigem Lautsprecher im Deckel. Wenige Monate später kaufte ich meine erste eigene Single. Das war 1962, 45er-Singles waren da noch brandneu. Inzwischen habe ich über 30 Jahre lang in diversen Bands gespielt und seit 2006 eine abgebrochene Klavierausbildung hinter mir. Auf meine 300 Gigabyte MP3-Sammlung könnte ich nie verzichten. Das Meiste davon hatte ich zuvor auf CDs und Schallplatten. Mit solchen Erinnerungen bin ich nicht allein, für viele Menschen ist Musik nicht nur Beiwerk, sondern elementarer Teil ihres Lebens. Wirklich amusisch, also unmusikalisch, sind wenige Prozent der Menschheit. Viele Leute haben vielleicht keine Beziehung zu ihr, doch es können mehr Menschen singen als sie von sich glauben. Ullrich Fichtner meint, Musik sei viel mehr als ein Zeitvertreib oder Unterhaltung. Wahrscheinlich haben schon Menschen gesungen, bevor sie eine ausdifferenzierte Sprache entwickelten. So macht sich Fichtner auf den Weg durch die Geschichte der Musik und des Hörens, wie Musik funktioniert, wie Musik Gesellschaften beeinflusst, warum Menschen eher orientalische oder eher westliche Musik als wohlklingend empfinden. Aktuelle Forschung zeigt Erhellendes. Und dass Musik heilen kann, viel mehr, als die konventionelle Medizin zuzugeben bereit ist. So entsteht ein Buch, das viele Aspekte der Musik beleuchtet. Musik als Teil des Menschseins.

Ullrich Fichtner
Die Macht der Musik
Ullrich FichtnerDie Macht der Musik
Ullrich FichtnerDie Macht der Musik
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23. März 2026
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Rainer
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Gabriel Yoran: Die Verkrempelung der Welt

Im November 2026 wollte mein Auto mal wieder zum Freundlichen. Besser gesagt, nervte mich der Bordcomputer mit blinkenden Anzeigen und Gepiepe. Nicht wegen vieler gefahrener Kilometer, sondern weil ein Jahr herum war. Als ich in meinen Leihwagen einstieg, ein aktueller VW Polo, fiel mir zuerst das riesige Display auf, das mittig auf dem Armaturenbrett pappte. Mit imposanter Höhe in das Blickfeld durch die Frontscheibe ragte. Den Fahrersitz konnte ich noch einstellen, wie ich es seit meinem Sharan Baujahr 1998 bei VW gewohnt war. Beim Einstellen der Seitenspiegel scheiterte ich. Es gab nicht, wie in meinem Golf VII, einen Knopp in der Armstütze der Tür, wo man die Spiegel verstellen konnte. Stattdessen hätte ich mich auf dem Mäusekino durch Menüs tippen müssen. Ich beschloss, die wenigen Kilometer über Landstraßen nach Hause ohne korrekte Außenspiegel zu fahren. Wenigstens schaffte ich es, dem Radio WDR 5 zu entlocken. Während der Fahrt bombardierte mich das Display hinter dem Lenkrad mit aktueller Geschwindigkeit, Außentemperatur, aktuellen Aktienkursen und momentaner Ausdehnung des Universums. Warum die Geschwindigkeit einmal in Groß und einmal in Klein auf dem Display? Weder Klimaanlage noch Radio-Lautstärke ließen sich über physische Regler einstellen, überall nur Touch. Für mich stand fest, dass mir eine solche Kiste nie ins Haus käme. So etwas Ähnliches hat Gabriel Yoran auch erlebt, doch begonnen hat die ganze Geschichte mit der Bedienung seines AEG-Kochfeldes, das ich auch habe. Das hat 0 - 1 - 3 - 5 - 8 - 10 - 14 - A als Heizstufen. Wer denkt sich so etwas aus? Und kann man darüber ein ganzes Buch schreiben? Man kann, man muss nur den Blick weiten.

Gabriel Yoran
Die Verkrempelung der Welt
Gabriel YoranDie Verkrempelung der Welt
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15. März 2026
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Rainer
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Laura Wiesböck: Digitale Diagnosen

Schaut man sich Posts, Likes und Kommentare in sozialen Median an, insbesondere Instagram, YouTube und TikTok, müssen Millionen Menschen unter Depressionen, ADHS oder Borderline leiden. Ganz besonderes jüngere Leute. Wer nur halbwegs bei Trost ist, wird wissen, dass gerade die Verfasser dieser Posts weder einen entsprechenden fachlichen Hintergrund haben noch über medizinische Qualifikation zu diesen Themen verfügen. Es geht, wie üblich in diesen Medien, um Clicks und Aufmerksamkeit. Mit immer dem gleichen Ziel: absahnen, Aufmerksamkeit abgreifen. So weit, so klar. Jedoch kann die andere Seite vor dem Display leicht aus dem Blick geraten. Man könnte wegen des breiten Interesses darauf schließen, dass tatsächlich in den letzten Jahren so viele Menschen von psychiatrischen Diagnosen betroffen sind. Medizinische Statistiken helfen da nicht weiter, denn wer endlich in Insta die Lösung für seine Probleme gefunden hat, aus angeblichen Symptomen endlich schließen kann, dass er oder sie ADHS hat (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung), geht nicht zum Arzt. Bestellt sich lieber im Internet aus dubiosen Quellen die empfohlenen Medikamente und gesteht sich nicht ein, einfach nur extrem schusselig oder disziplinlos zu sein. In diesem Buch von Laura Wiesböck geht es um beide Seiten. Die Quacksalber und die eingebildeten Kranken. Die eingebildeten Kranken sagen dann, sie hätten keine Diagnose, sondern seien die Diagnose.


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12. März 2026
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Roger de Weck: Das Prinzip Trotzdem

Es waren einmal zwei Berufsgruppen, die für Wissen und Fakten zuständig waren. Leute in der Lehre und im Journalismus. Beide Gruppen haben in den letzten Jahren enorm an Anerkennung verloren. Für Journalistinnen und Journalisten sagt Roger de Weck: selbst schuld. Seit die meisten Menschen eher den sozialen Medien trauen als dem Nachrichtensprecher oder der bundesweiten Tageszeitung, geht es mit Zeitungen und Verlagen bergab. Es wird immer weniger Werbung in Print gebucht, so dass Verlagen das Geld ausgeht. Nicht jedoch den Medien, von Facebook bis TikTok, von SPIEGEL Online bis Nius. Fakten interessieren nicht mehr, Wahrheit schon gar nicht, wie es uns Donald Trump vormacht. Es geht auch nicht mehr um Informationen, sondern knallen muss es. Man möchte wenigstens einmal am Tag seine Meinung abgesondert haben, die Kommentare zu den Kommentaren kommentieren. Journalismus auf dem Abstieg, braucht keiner mehr. Dass damit auch die Demokratie und ihre Regeln den Bach herunter gehen, ist Kollateralschaden. Der Journalismus reagiert, indem er sich den Medien anpasst. Keine Nachricht, die nicht noch zwei Mal aufgewärmt wird, Ich-Journalismus über den eigenen Burnout oder andere psychische Probleme sind schnell und billig produziert, tiefgehende Recherchen einfach zu teuer. Außerdem interessieren Details kaum noch jemanden. Grell und klickgenerierend muss es sein. Was also machen wir jetzt mit dem Journalismus? Als historisches Phänomen abschreiben? Den Dampfplauderern und Untergangspropheten das Feld überlassen? Roger de Weck warnt davor, die Medien den gekauften Influencern zu überlassen, sich nur noch als Lifestyle-Ratgeber zu inszenieren. Stattdessen ruft er seine Kollegen und Kolleginnen auf, den Journalismus zu retten. Weil es ohne ihn auf Dauer nicht geht.


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15. Februar 2026
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Rainer
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Matthias von Hellfeld: Die verunsicherte Nation

"Eine Stunde History" in Deutschlandfunk Nova gehört schon lange zu meinen liebsten Podcasts. Nun hat Matthias von Hellfeld 2025 ein Buch herausgebracht, das zufälliger Weise zu einer meiner vorherigen Lektüren passt. Doch gibt es zum älteren Buch einen wichtigen Unterschied, es geht nicht um die Welt, sondern nur um ein Land. Es geht um den Glauben, es gäbe so etwas wie ein historisches Deutschland, oder wie Alexander Gauland von der AfD faselte, eine tausendjährige erfolgreiche Geschichte. Dass das hanebüchener Quatsch ist, sei als bekannt vorausgesetzt. Tatsache ist, lieber Herr Gauland, dass Deutschland als Nation erst im 19. Jahrhundert entstand. Genauer: 1871. Und komm nun niemand mit den Germanen. Im Gegensatz zu Frankreich oder Großbritannien, die wirklich auf eine Jahrhunderte lange Geschichte zurück blicken können. Stattdessen war das Heilige Römische Reich, sozusagen eine Art Vorläufer eines Teils von Deutschland, vom Spätmittelalter bis 1806 eine Ansammlung von 350 Kleinstaaten. Damit haben wir das Stichwort Nummer Eins des Buches, Kleinstaaten. Stichwort Nummer Zwei, man rechnet fast damit, ist Migration. Das sind die beiden Fixpunkte des Buches. Von Hellfeld verfolgt nicht nur diese spezielle Vorgeschichte Deutschlands, sondern auch, warum Wanderungsbewegungen seit dem Römischen Reich der Normalfall waren. Weiter gesehen, schon seit 20.000 Jahren. Nun ist Einwanderung in Deutschland ja ein ganz besonders heikles Thema. Was aber mit dessen Geschichte zusammenhängen könnte. Deshalb war ich auf dieses Buch sehr gespannt. Übrigens wie immer für kleines Geld bei der Bundeszentrale für politische Bildung zu haben.

Matthias von Hellfeld
Die verunsicherte Nation
Matthias von HellfeldDie verunsicherte Nation
Matthias von HellfeldDie verunsicherte Nation
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Matthias von Hellfeld in der Wrintheit von Holger Klein:

Matthias von Hellfeld
Geschichtsunterricht mit Holger
Matthias von HellfeldGeschichtsunterricht mit Holger
Matthias von HellfeldGeschichtsunterricht mit Holger
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14. Februar 2026
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Gröschner/Mädler/Seemann: Drei ostdeutsche Frauen betrinken sich …

Im japanischen Volksglauben gibt es Geister, die aus achtlos weggeworfenen Dingen geboren werden, so genannte Dinggeister. "Wie sähe der Dinggeist der DDR aus?", fragen sich drei Frauen. Alle drei in Ostdeutschland geboren, Magdeburg, Dresden, Rostock. Also schon wieder ein Buch über die untergegangene Republik? Ja und Nein. Es geht um Anekdoten, Erinnerungen, Reflektionen, am Ende um die Frage, wie wir eigentlich leben wollen. So schreiben sie zusammen ein Buch und nennen es "Drei Ostdeutsche Frauen betrinken sich und gründen den idealen Staat". Ein Trialog, mit sieben Kapiteln aus sechs Nächten und einem Tag, mit viel Bowle, Wodka oder Gin. Es ist keine Ostalgie, keine wehmütige noch wütende Erinnerung an die Diktatur, in die sie geboren wurden und wo sie ihre ersten Jahre verbracht haben. Stattdessen wollen sie den Wörtern hinterher gehen, die sie aus der DDR mitgenommen haben, die Losungen, die Partei und auch Umgebung hinterlassen haben. Sätze, Lieder und Gedichte, Sprüche wie "Man bekommt ein Mädchen aus der Diktatur, aber die Diktatur nicht aus dem Mädchen". Es ist, wie zu erwarten, ein Trialog, der von Hölzken auf Stöcksken kommt, mal dahin, mal dorthin wandert. Doch bei aller Unterschiedlichkeit, wie die drei Frauen aufgewachsen sind, was sie geprägt hat, kommen doch die Einheitlichkeiten in der DDR wieder zur Sprache, von der Deutsch-Sowjetischen-Freundschaft bis zum üblichen Fahnenappell mit Lob oder Gelegenheit zur Selbstkritik. Nun von der anderen Kompassseite betrachtet: Bringt es Wessis neue Sichten in einen nicht mehr existierenden Staat? Das gelingt zur Überraschung durchaus. So man sich darauf einlässt.

Gröschner/Mädler/Seemann
Drei ostdeutsche Frauen betrinken sich ...
Gröschner/Mädler/SeemannDrei ostdeutsche Frauen betrinken sich ...
Gröschner/Mädler/SeemannDrei ostdeutsche Frauen betrinken sich ...
Deutschlandfunk Kultur
Lesart: Drei ostdeutsche Frauen ...
Deutschlandfunk KulturLesart: Drei ostdeutsche Frauen ...
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28. Januar 2026
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Morgane Llanque: Vielfalt

Als man 1934 bei Kanalarbeiten im heutigen Sachsen-Anhalt ein Grab aus der Mittelsteinzeit fand, ließen die wertvollen reichlichen Grabbeigaben auf eine hochgestellte Persönlichkeit schließen. Das konnte, nach damaliger Weltsicht, nur ein Mann gewesen sein. Erst die Rekonstruktion des Genoms der Person in der heutigen Zeit ergab, dass es sich um das Grab einer Frau handelte. Welche dazu noch eine Behinderung hatte. Die Frau hatte übrigens helle Augen und eine eher dunkle Haut. Bekannt ist sie heute als Schamanin von Bad Dürrenberg. Auch Jesus Christus, so es ihn gab, war sehr dunkelhäutig, wie alle Menschen dieser Gegend. Genauso falsch ist die Annahme, bei den Jägern und Sammlern der menschlichen Frühgeschichte hätten die Männer Mammuts und Säbelzahntiger gejagt, während die Frauen die Höhle gehütet und die Kinder betreut hätten. Anderes Beispiel. Beim alten Rom denken die meisten Leute an mutige Gladiatoren und weise Senatoren in einer nahezu homogenen Gesellschaft des frühen Mittelalters. Tatsächlich war Rom so divers und bunt, dass jeder AfDler das Grauen bekäme. Homosexualität war keineswegs ein Vergehen, sondern selbstverständlich, so lange bestimmte Hierarchien beachtet wurden. Julius Cäsar war ebenso ein Fan von Frauen und Männern, dazu schlank und eher feminin. Überhaupt tendieren gerade westliche Kulturen dazu, heutige Vorstellungen und Maßstäbe nicht nur auf die ganze Welt, sondern sogar auf alle Epochen zu übertragen. Morgane Llanque hat sich die Geschichten genauer angesehen. Stößt auf Kulturen, die Europa lange Zeit technisch und künstlerisch weit voraus waren, Gesellschaften, in denen die Frauen regierten und eine Globalisierung, die schon lange vor Kolumbus die Welt erschloss. Für Rechtskonservative keine leichte Kost, dieses Buch.

Morgane Llanque
Vielfalt
Morgane LlanqueVielfalt
Morgane LlanqueVielfalt
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Morgane Llanque
Vielfalt als Normalität
Morgane LlanqueVielfalt als Normalität
Morgane LlanqueVielfalt als Normalität
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25. Januar 2026
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Eva Weber-Guskar: Gefühle der Zukunft

Innerhalb kurzer Zeit hat das Thema "Künstliche Intelligenz", die KI, englisch AI, Jahrzehnte eher schlummerndes Thema in der Informatik, breite Beachtung bekommen. Spätestens mit ChatGPT-40, ein Large Language Model (LLM) von OpenAI, kommt man einer künstlichen Intelligenz scheinbar immer näher. Modelle wie Gemini von Google oder Llama von Meta können, so scheint es, natürliche Fragen verstehen, Antworten generieren und dazu umfangreiche Recherchen durchführen. Neuer Höhepunkt sind Social Bots, auf KI beruhende Mentoren und Berater, die als Partner und mehr dienen sollen. Vor kurzer Zeit las ich, dass eine Frau ihren Social Bot geheiratet hat. Diese Modelle, so scheint es, können Emotionen und Gefühle haben, Empathie leisten und vieles mehr. Aber können Computerprogramme, deren Reaktionen eher auf riesigen Datenmengen aus dem Internet und Wahrscheinlichkeiten beruhen, wirklich Gefühle haben? Das können sie nicht, auch Staubsauger und Airfryer sind nicht zu Emotionen fähig, ein LLM ist auch nur eine Maschine, eine Software. Warum dann der Hype um die Social Bots? Es liegt in der Hauptsache an den Unternehmen, die hinter der künstlichen Intelligenz stehen, und die letzten Endes damit Geld verdienen möchten. So geht Eva Weber-Guskar auch nicht primär auf die Technik dahinter ein, sondern widmet sich philosophischen und psychologischen Aspekten hinter dem "Affective Computing", dem Versuch, der künstlichen Intelligenz Emotionen beizubringen. Wobei Emotionen und Gefühle zwei unterschiedliche Sachen sind, die gerne verwechselt werden. Ganz zu schweigen von den Lügen und Fehlinformationen, die sich Elon Musks KI geleistet hat. Wollen wir das durch Emotionen gesteigert auf die Menschheit loslassen?

Eva Weber-Guskar
Gefühler der Zukunft
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Eva Weber-GuskarGefühler der Zukunft
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4. Januar 2026
https://www.rainerboettchers.de/wp-content/uploads/2017/12/textura-media-logo-300x300l.png 0 0 Rainer https://www.rainerboettchers.de/wp-content/uploads/2017/12/textura-media-logo-300x300l.png Rainer2026-01-04 13:19:182026-01-06 10:41:58Eva Weber-Guskar: Gefühle der Zukunft
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Herman Melville: Bartleby der Schreiber (Hörbuch)

Neben dem Lesen von drögen Sachbüchern haben Podcasts inzwischen reichlich Zuwendung bekommen. Die werde ich in den nächsten Posts einmal vorstellen. Gelegentlich kann es passieren, dass ich auch auf Hörbücher stoße, wenn sie nicht gerade über 96 Stunden laufen, was meine übliche Tageseinteilung sprengen würde. Zuletzt passierte das in WDR 5, wo ein schon älteres Buch nochmals eingesprochen wurde: «Bartleby der Schreiber». Das Buch hat nur 50 Seiten, dementsprechend kann man die Geschichte zeitlich übersichtlich anhören. «Bartleby der Schreiber» ist eine Erzählung des amerikanischen Schriftstellers Herman Melville, die unter dem Originaltitel «Bartleby the Scrivener» veröffentlicht wurde. Es ist das erste Werk, das Melville nach Moby Dick verfasste, und wurde zunächst anonym im November und Dezember 1853 in zwei Teilen in der Zeitschrift "Putnam’s Monthly Magazine" veröffentlicht.

WDR 5: «Bartleby der Schreiber» in der ARD-Mediathek


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21. Dezember 2025
https://www.rainerboettchers.de/wp-content/uploads/2017/12/textura-media-logo-300x300l.png 0 0 Rainer https://www.rainerboettchers.de/wp-content/uploads/2017/12/textura-media-logo-300x300l.png Rainer2025-12-21 17:06:062025-12-21 17:14:09Herman Melville: Bartleby der Schreiber (Hörbuch)
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