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Justus Bender: Deutschland 2033
Vergleiche hinken immer, oder anders ausgedrückt: Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich. Ebenso ist ein Vergleich nicht dasselbe wie eine Gleichstellung. Dazu passt in diesem Kontext eine Sendung des Deutschlandfunks über den Nutzen von Nazi-Vergleichen. Das Buch wieder ist mir in einem Podcast mit Anne Will und Justus Bender untergekommen. Der Titel des Buches täuscht nicht. Die Nähe zwischen 1933 und 2033 Ist offensichtlich. Passend dazu beginnt Bender mit einem Essay darüber, was man vergleichen und was man gleichsetzen kann oder darf. Ob das überhaupt passt und sinnvoll ist. Kann man die AfD mit der NSDAP vergleichen? Oder kann man sie gleichsetzen? Kann man einen hypothetischen Zeitpunkt, an dem Alice Weidel von der AfD Bundeskanzlerin wird, mit der Machtergreifung der Nazis vergleichen oder gleichsetzen? An diesem hypothetischen Zeitpunkt, Februar 2033, ist die AfD mit 36% als stärkste Partei aus den Bundestagswahlen hervorgegangen. Kanzlerkandidat der CDU/CSU war Jens Spahn, der die Brandmauer endgültig einreißt und in Sondierungsgespräche mit der AfD geht. Wie sind die Reaktionen der Bundesbürgerinnen und Bürger? Ignorieren? Hoffen, dass es schon nicht so schlimm wird? Auf die Barrikaden gehen? Das Gedankenexperiment, das Justus Bender in diesem Buch wagt, ist alles andere als wirklich hypothetisch. Deutschland in 1933 und in 2033 werden nicht vergleichbar sein. Das Land liegt nicht wirtschaftlich darnieder, der Reichstag ist nicht der Bundestag. Die Gesellschaft ist nicht so vielfältig wie heute. Es gab kein Internet, keine 30 deutschsprachigen Fernsehsender und überhaupt die Medien ganz anders angelegt. Der Vorwurf an Menschen im 20. Jahrhundert, die Nazis nicht verhindert zu haben, ist damit eher überheblich und ignorant. Warum es kommen kann, dass die AfD stärkste Kraft im Bundestag werden könnte, betrachtet Bender, indem er sich in die Zukunft versetzt. Und zurückschaut, wie aus der 2013 gegründeten eurokritischen Partei aus Professoren und Erzkonservativen in 2015 eine fremdenfeindliche, rechtsextreme Gruppierung wurde.
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