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Die Neurowissenschaften sind immer ein Beinahe-Garant für gute Verkaufszahlen. Deshalb tauchen in jedem Monat auch neue Bücher über das menschliche Gehirn auf. Oder auch über das der tierischen Kollegen. Dieses Buch landete auf der SPIEGEL-Bestsellerliste und kam so in meinen Fokus. Nicht ganz uneigennützig, denn als Nachhilfelehrer und Trainer suche ich gerne nach neuen Erkenntnissen, die Lernen und Lehren erleichtern.

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In der Spiegel-Bestsellerliste erschien Tuba Saricas Buch unter den Sachbüchern. Aber ist es wirklich ein Sachbuch? Ich würde sagen Nein, es ist eher Autobiografie oder Diskurs. Saricas Buch mit dem Untertitel Doppelmoral und falsche Toleranz – Die Parallelwelt der Deutschtürken und die Deutschen erzählt von ihr selbst. Vom Aufwachsen in einer deutschtürkischen Famile, die zu Lebzeiten des Vaters eine liberale, eher weltoffene war. Mit dem Tod des Vaters rückt ihre Mutter immer mehr in eine deutschtürkische Parallelgesellschaft. Tuba Sarica soll diese Umorientierung mitmachen, soll sich den Regeln und Denkweisen dieser für sie neuen Umgebung anpassen. Doch sie rebelliert, will ihren eigenen Weg gehen. Sie will Deutsche sein, Deutschland als ihre Heimat haben. Nicht um den Forderungen der Integration zu genügen, sondern nur, weil sie es will.  So ist das Buch einerseits subjektiv und persönlich, lässt aber doch nach dem Lesen ein ungutes Gefühl zurück.

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Es dürfte wenig überraschen, dass dieses Buch nicht nur von der englischen Sprache handelt, sondern auch in Englisch geschrieben ist. Eine deutsche Übersetzung würde wenig Sinn ergeben. Damit ist der deutsche Leserkreis von vornherein eingegrenzt, Schulenglisch reicht nicht zur Lektüre aus. Wer aber ein wahres Herz für die englische Sprache hat, etwas über diese Sprache jenseits des Gängigen erfahren möchte, dem sei dieses Buch empfohlen. Um es zu paraphrasieren: Nur Bill Bryson konnte dieses Buch schreiben.

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Was ist bloß da drüben im Osten los? Woher diese Wut, warum sind so viele Menschen dort so aufgebracht, warum feinden sie diese Staatsform, die sie doch so gerne haben wollten, offen an? Petra Köpping, Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration in der sächsischen Landesregierung, die vier Monate vor der Wende aus der SED austrat, seit 2002 Mitglied der SPD, hat schon einige Antworten. Die sogar plausibel sind. In der DDR bei Erfurt geboren und aufgewachsen, kennt sie die DDR von damals, vor 1989, sehr genau. Früher stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde Großsteinberg, von 1989 bis 1990 Bürgermeisterin von Großpösna im Kreis Leipzig-Land. Obwohl mich manche Leute hier schon gefragt haben, ob ich nicht rüber machen wollte, weil ich oft in Dresden und Tharandt, Ostberlin und Vogtland war, die Müritz, Schwerin und Rostock kenne, muss ich zugeben, dass ich über „den Osten“ verdammt wenig wusste.

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Gegen falsche Toleranz und Panikmache

Über Integration von Migranten und Flüchtlingen reden viele. Für die Einen sind sie der Untergang des Abendlandes, die unsere Kultur bedrohen und den Sozialstaat aussaugen. Für Andere, wie es mal die Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt formulierte, ein Geschenk des Himmels. Für Leute gerade aus dem linksliberalen Spektrum ein Heer von Opfern und Kuscheltieren. Dass beide Stereotypen nicht zutreffen, ist  logisch. Bleibt die Frage, wie man diese Menschen aus Syrien, dem Irak oder Afghanistan hier heimisch machen kann, sie in die deutsche Gesellschaft integriert. Ahmad Mansour, deutsch-israelischer Psychologe und Autor mit arabischen Wurzeln, sollte die Antwort wissen müssen. Nur werden Einigen die Antworten nicht gefallen.

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Will man den Inhalt des Buches auf einen griffigen Satz reduzieren, ist es wohl dieser: Den Erfolg der AfD haben nicht die wirtschaftlich, sondern die kulturell Abgehängten bewirkt. Aber so einfach und plakativ lässt Michael Hartmann seine Leser nicht davonkommen. Davor zeigt er, wie sich nicht nur Deutschland, sondern auch Europa und die USA in den letzten zwanzig Jahren politisch, wirtschaftlich und kulturell entwickelt haben. Leicht macht er es sich und den Lesern nicht. Aber seine Analyse wird genau dadurch umso klarer und glaubwürdiger. Weil sie die betrifft, die tatsächlich in fast allen Bereichen das Sagen haben. Die Eliten.

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Warum kaufen wir Dinge und sind dann enttäuscht oder stellen fest, dass wir sie gar nicht brauchen? Warum entscheiden wir so und so? Entschuldigungen gibt es dann viele. Der Hersteller oder Verkäufer hat uns belogen oder getäuscht. Oder wir hatten gerade nicht alle Fakten parat. Oder oder oder. Wir sind so sicher, dass unsere Entscheidungen vernünftig und stichhaltig sind, jedenfalls in 99% aller Fälle. Ist das tatsächlich so und ist es wissenschaftlich überprüfbar? Und warum schätzt der Verkäufer einer Sache den Wert immer höher ein als der Käufer? Was ist der IKEA-Effekt?

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Gerade habe ich mich bei Facebook abgemeldet, da kommt der ganze Müll zurück. Wenn auch dieses Mal in einem anderen Kontext. Hasnain Kazim, Spiegel-Redakteur mit indisch-pakistanischen Wurzeln, schreibt in diesem Buch über die rassistischen, faschistoiden Briefe, die ihn schon als Jugendlicher erreichten. Bevor sie mit der Digitalisierung dann von Facebook und per Email kommen sollten. Doch anstatt zu verstummen und zu ertragen, beschließt er, zurück zu schreiben. Schlagfertig, intelligent, witzig und überraschend. So entstand ein kluges und zugleich augenzwinkerndes Buch über seine Schlagabtäusche mit den Karlheinzen dieser Welt. Er will damit zeigen, warum man den Hass, der im eigenen Postfach landet, nicht unkommentiert lassen sollte. Denn, wie Hasnain Kazim schreibt: »Wenn wir schweigen, beginnen wir, den Hass zu akzeptieren.«

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Ich habe es mir zur Gewohnheit gemacht, Bücher nach einiger Zeit noch einmal zu lesen. Entweder, um mein Bücherregal zu entlasten und diese Bücher zu entsorgen, oder um bestehende Urteile über Bücher zu überprüfen. Zuletzt war es Wolf Schneiders Buch „Deutsch für Profis“, das immer wieder Schreibern in der Lernphase empfohlen wird. Zu Recht, würde ich auch nach dem zweiten Lesen sagen. Weil sich das Buch nicht nur durch Inhalt qualifiziert, sondern auch durch das, was vielen Büchern fehlt.

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Mit dem bevorstehenden Tag, an sich dem der (angebliche) Anschlag der 95 Thesen durch Dr. Martin Luther an die Wittenberger Kirche zum 500-sten Male jährt, kann es nicht schaden, sich über diese Zeit und diesen Mann genauer zu informieren. Was nicht einfach ist, weil man in jeder Buchhandlung von ganzen Stapeln von Büchern über Luther erschlagen wird. Ich folgte dem kleinen Aufkleber, auf dem der Spiegel dieses Buch in seiner Bestsellerliste empfiehlt. Es gibt hoffentlich noch Siegel, denen man folgen kann. Für mich ein Wieder-Auseinandersetzen mit dem Reformator.

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