Noch ein Buch über den Osten, das Billy-Regal droht zusammen zu brechen. Langsam hätte ich eine Tendenz, Bücher zu diesem Thema zu ignorieren. Wenn dann nicht der Autor Steffen Mau hieße, den ich aus anderen Veröffentlichungen schon kenne. Findet Steffen Mau noch andere Aspekte in der Sache? Im Rahmen des Möglichen schafft er das durchaus. Dazu geht Mau auf Daten und Fakten ein, die zwar im Grunde bekannt, aber selten wirklich bewusst sind. Nämlich die Unterschiede zwischen Ost und West hinsichtlich Sozialstruktur, Demografie, Fragen der Demokratie, Geschichtsverständnis und Identitätspolitik. Malt man nun eine Karte der Bundesrepublik mit allen Bundesländern, färbt man die Länder unter diesen Aspekten ein, so ist immer noch zwischen Ostdeutschland und Westdeutschland die ehemalige Zonengrenze deutlich sichtbar. Nun stellt sich die Frage, was man mit diesen Erkenntnissen macht, die Mau in den ersten sechs Kapiteln des Buches im Detail beschreibt. Hier hat Mau etwas Unerwartetes in der Tasche, das er im letzten Kapitel hervor zaubert. Er hat tatsächlich Ideen, wie man die historisch und politisch gewachsenen Unterschiede zwischen dem westlichen und östlichen Teil Deutschlands angehen kann. Das klingt sogar richtig gut und machbar. Ich wäre auf jeden Fall dabei.
(Einen Beitrag von Steffen Mau zum Thema findet man auch bei der Bundeszentrale für politische Bildung.)



















