Nein, ich bin nicht arm. Nicht wirklich. Aber ich habe in meiner neuen Wohnung das Problem, dass die Wohnung sehr groß ist. Also ein Luxusproblem. Mein Arbeitszimmer ist ein Schlauch, der nur mit großem Aufwand für Sprachaufnahmen ruhig zu bekommen ist. Daran arbeite ich noch. Aber was bis dahin mit den Beiträgen, die in den nächsten Wochen abgeliefert werden müssen? Eine richtige Sprecherkabine möchte ich nicht, und sie wäre teuer und aufwändig.

Sprecherecke

Sprecherecke

Erster Versuch im Schlafzimmer. Das ist zwar von allen Zimmern noch das ruhigste, wegen des Bettes und des großen Teppichs, aber hat immer noch zu viel Nachhall. Also bestellte ich mir einen Paravent, den gab es bei REAL schon für gut 30 Euro. Den in eine Ecke platziert, hinter dem Paravent großflächig Noppenschaumstoff an der Wand befestigt, das sollte den Schall der Stimme dämpfen und den Nachhall reduzieren. Ergebnis: miserabel. Noch immer ist die Aufnahme sehr mit Reflektionen des Raumes vermiest. Trotz des großen Bettes, eines großen mittelflorigen Teppichs und so einigen sonstigen Maßnahmen im Raum. Vom Rest der Wohnung ganz zu schweigen. Was nun?

In einem Artikel von Tonleuten stieß ich auf eine ebenso ungewöhnliche wie einfache Lösung. Ich nutze meinen Kleiderschrank als Sprecherkabine. Dazu werden lediglich die offenen Türen mit Noppenschaumstoff bedämpft, der hängt an Holzleisten mit zwei kleinen Haken, tagsüber kommt der an den Paravent. Eventuelle Flächen im Schrank bekommen auch noch Noppen ab. Sprachprozessor und Audio-Interface verschwinden in einem kleinen Rackkoffer mit zwei Höheneinheiten unter dem Schreibtisch. Das Ergebnis ist nicht gerade professionell, für eine akzeptable Lösung aber dennoch ausreichend. Und die Technik verschwindet im Kleiderschrank, die Hardware fast unsichtbar unter dem Schreibtisch. Aufbauzeit vor der Aufnahme: weniger, als der PC zum Hochfahren braucht.

(Rot eingekreist: mein Toningenieur)

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