Innerhalb kurzer Zeit hat das Thema „Künstliche Intelligenz“, die KI, englisch AI, Jahrzehnte eher schlummerndes Thema in der Informatik, breite Beachtung bekommen. Spätestens mit ChatGPT-40, ein Large Language Model (LLM) von OpenAI, kommt man einer künstlichen Intelligenz scheinbar immer näher. Modelle wie Gemini von Google oder Llama von Meta können, so scheint es, natürliche Fragen verstehen, Antworten generieren und dazu umfangreiche Recherchen durchführen. Neuer Höhepunkt sind Social Bots, auf KI beruhende Mentoren und Berater, die als Partner und mehr dienen sollen. Vor kurzer Zeit las ich, dass eine Frau ihren Social Bot geheiratet hat. Diese Modelle, so scheint es, können Emotionen und Gefühle haben, Empathie leisten und vieles mehr. Aber können Computerprogramme, deren Reaktionen eher auf riesigen Datenmengen aus dem Internet und Wahrscheinlichkeiten beruhen, wirklich Gefühle haben? Das können sie nicht, auch Staubsauger und Airfryer sind nicht zu Emotionen fähig, ein LLM ist auch nur eine Maschine, eine Software. Warum dann der Hype um die Social Bots? Es liegt in der Hauptsache an den Unternehmen, die hinter der künstlichen Intelligenz stehen, und die letzten Endes damit Geld verdienen möchten. So geht Eva Weber-Guskar auch nicht primär auf die Technik dahinter ein, sondern widmet sich philosophischen und psychologischen Aspekten hinter dem „Affective Computing“, dem Versuch, der künstlichen Intelligenz Emotionen beizubringen. Wobei Emotionen und Gefühle zwei unterschiedliche Sachen sind, die gerne verwechselt werden. Ganz zu schweigen von den Lügen und Fehlinformationen, die sich Elon Musks KI geleistet hat. Wollen wir das durch Emotionen gesteigert auf die Menschheit loslassen?

Eva Weber-GuskarGefühler der Zukunft


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Neben dem Lesen von drögen Sachbüchern haben Podcasts inzwischen reichlich Zuwendung bekommen. Die werde ich in den nächsten Posts einmal vorstellen. Gelegentlich kann es passieren, dass ich auch auf Hörbücher stoße, wenn sie nicht gerade über 96 Stunden laufen, was meine übliche Tageseinteilung sprengen würde. Zuletzt passierte das in WDR 5, wo ein schon älteres Buch nochmals eingesprochen wurde: «Bartleby der Schreiber». Das Buch hat nur 50 Seiten, dementsprechend kann man die Geschichte zeitlich übersichtlich anhören. «Bartleby der Schreiber» ist eine Erzählung des amerikanischen Schriftstellers Herman Melville, die unter dem Originaltitel «Bartleby the Scrivener» veröffentlicht wurde. Es ist das erste Werk, das Melville nach Moby Dick verfasste, und wurde zunächst anonym im November und Dezember 1853 in zwei Teilen in der Zeitschrift "Putnam’s Monthly Magazine" veröffentlicht.

Die deutsche Sprache hat in der Welt keinen sonderlich guten Ruf. Weder ist sie so malerisch wie das Französische, noch so majestätisch wie das Englische, weit vom Melodiösen des Italienischen entfernt. Der irische Komiker Dylan Moran sagte einmal, die deutsche Sprache klinge wie eine Schreibmaschine, die Alufolie frisst und die Kellertreppe heruntergetreten wird. Nur wenn ein Holländer wie Herman van Veen in ihr singt, bekommt sie eine ungewöhnliche Breite und Weichheit. Vergessen wird dabei oft die Detailtiefe und Exaktheit, die das Deutsche gerade vom Englischen unterscheidet. Hauke Goos, bekannter als Redakteur im «SPIEGEL», sammelt "Stellen". Momente in der Literatur, wo das zum Glänzen kommt, was als Kern des Stils betrachtet wird: Die Übereinstimmung von Form und Inhalt. Man könnte auch sagen, Goos hätte die Ratschläge von Schreiblehrern wie Ludwig Reimers oder Sol Stein eingeatmet. Im Herbst 2025 ist ein weiteres Buch von Goos erschienen, in dem er Glanzlichter aus seiner Sammlung zeigt, von Kafka bis Loriot. Doch das Buch sammelt keineswegs nur Zitate aus der Literatur, so einfach macht sich Hauke Goos die Sache nicht.

Hauke GoosDie Magie der deutschen Sprache


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Das letzte Kapitel des Buches beginnt Tim Engartner so: "In regelmäßigen Abständen wird die Bildungskatastrophe entdeckt, beschworen, diskutiert – und wieder vergessen. Und von Jahr zu Jahr werden die Versäumnisse schwerwiegender. Wenn wir nicht auf den endgültigen Kollaps unseres Bildungswesens warten wollen, müssen wir endlich handeln." Berichte in den Medien über unsere Schulen und Hochschulen, über die Bildung der Kinder und alles, was mit diesen Themen zusammen hängt, hört man eigentlich jeden Tag im Radio oder liest es an allen Ecken. Verdreckte Toiletten, zerbröselnde Turnhallen und Schwimmbäder. 25% der Kinder können beim Wechsel auf die weiterführende Schule nicht wirklich lesen und schreiben. Leere Kassen bei Kommunen und Ländern, Grundschulkinder, die mehrere Stunden des Tages am Handy verbringen und Klassen mit einem Migrantenanteil von 90% in Brennpunktschulen. Probleme also zuhauf. Was fällt den Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft ein? Elektronische Gadgets und ChatGPT sollen alle Probleme lösen. Also stopfen sie Tablets in die Klassenzimmer, Meta, Alphabet und Microsoft liefern kostenlose Lernsoftware. Natürlich nicht ohne Hintergedanken. WLAN-Netze sowie IT-Dienste dürfen die Schulen dann gefälligst selbst stemmen. An den Unis nicht besser, immer mehr Studierende in riesigen Hörsälen, in die immer noch nicht alle Studienanfänger passen. Von denen die Hälfte bald wieder wechselt oder aussteigt. Doch wie schlimm es um die Schullandschaft in Deutschland wirklich bestellt ist, fasst Tim Engartner in diesem Buch zusammen. Kurzes Résumé: Es ist erschreckend, wie wir mit unseren Kindern umgehen. Und mit Deutschlands Zukunft.

Tim EngartnerRaus aus der Bildungsfalle


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Was haben Wladimir Putin, Donald Trump und die AfD gemeinsam? Sie phantasieren eine Vergangenheit herbei, die es nicht gegeben hat. Weder waren die 50er und 60er Jahre in der BRD eine Insel der Glückseligkeit, noch hatten in den USA alle Leute Arbeit und Vermögen, und die Sowjetunion war kein Hort des Friedens und der Gleichheit. Aber die Absicht ist klar, die Vergangenheit umzudeuten, Begriffe und Erinnerungen umzudefinieren. Da wird gelogen und getrickst, umgedeutet und erfunden. Die NSDAP mutiert da plötzlich zur linken Partei, weil in ihrem Namen ja "sozialistisch" und "Arbeiter" vorkommen. Putin bastelt einen Frankenstein aus Sowjetunion und Zarenreich zusammen, das seinem Bild seines Russlands entspricht und seine wirren Aktionen rechtfertigen. Rechte Führungskräfte, die erst deutlich nach 1990 nach Thüringen und Sachsen kamen, gerieren sich als die Ostversteher an sich. So wird dann sogar aus der durchmilitarisierten DDR ein Land, in dem Mitmenschlichkeit und Empathie herrschten. So haben Rechte und Rechtsextreme in den letzten Jahren Narrative entwickelt, die ganz besonders in den ostdeutschen Ländern greifen. Ostalgie als Methode der Neonazis und Identitären. Mit der Parole "Simson statt Lastenrad" kann man mit der verunstalteten DDR sogar noch dem politischen Gegner eins rein geben.

WDR 5 - Volker WeißWie die extreme Rechte Geschichte umschreiben will


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Auch die Quantenphysik nie verstanden? Wird nach Lesen dieses Buches nicht anders sein. Jedenfalls in Details und Einzelheiten. Es ist auch kein Buch über Quantenphysik, sondern eher über die Geschichte der Menschen, die sie maßgeblich geprägt haben: Einstein, Bohr, Planck und Heisenberg. Ein Buch von Thomas De Padova ist mir schon einmal in die Hände gekommen, «Alles wird Zahl», in dem er zeigt, wie die moderne Mathematik in der Renaissance entstand. De Padova ist sowohl Physiker als auch Autor. Schon im erwähnten Buch konzentriert er sich nur am Rande für mathematische Details. Viel wichtiger ist ihm die Geschichte hinter dem jeweiligen Thema, so auch hier. Er versucht eben nicht, unvorbelasteten Leserinnen und Lesern das Verständnis dieses hochkomplexen Bereiches der Physik zu erklären, sondern nur, was grundsätzlich dahinter steht. Und wie es so gekommen ist. Mehr sind historische Einzelheiten Hauptsache des Buches, das Zusammenwirken der Wissenschaftler. Zugleich war die Phase nach dem Ersten Weltkrieg eine spannende Zeit, zugleich schwierig und problematisch. Der Kapp-Putsch fiel in diese Zeit, die Gründung der Weimarer Republik, das Ende des Kaiserreiches, erste Anzeichen der nationalsozialistischen Zukunft Deutschlands. Was eben heißt, dass man kein Kernphysiker sein muss, um das Buch zu lesen. Nur an Geschichte sollte man deutlich interessiert sein. Und an Physik.


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Einige Freunde von mir sind im Emsland aufgewachsen, leben aber heute in Ostwestfalen. Sie erzählten, dass das Emsland eine ausgesprochen dröge Gegend sei und sie gerade als Jugendliche dort beinahe an Langeweile verstorben wären. Somit ist das fiktive Kleinstädtchen Lasseren im Zentrum des Geschehens nicht schlecht gewählt, mit unterentwickelter Infrastruktur gerade im ÖPNV, beherrscht von einer Geflügelfabrik, dem größten und einzigen bedeutenden Arbeitgeber. Nava Ebrahimi erzählt über das Lebens von sechs Menschen, die in diesem Umfeld arbeiten oder leben. Es geht um Identität, Fremdheit, Migration, ökonomische Zwänge, Gewalt und soziale Kälte. Eine alleinerziehende Mutter mit zickiger Tochter und überangepasstem Sohn, ein afghanischer Flüchtling mit Liebe zur Poesie, eine Automatisierungs-Spezialistin in ihrem Kampf mit Leben und Realität, ein Manager in dieser beinahe surrealen Fleischfabrik, eine Polin mit einem Leben in prekären Verhältnissen. So gesehen packt Ebrahimi alle schwierigen Themen unserer Zeit in einen Roman. Da mag Überfrachtung drohen, doch Ebrahimis klare, schnörkellose Sprache, die direkt und authentisch wirkt, sowie ihr geschickter Aufbau, der die Verbindungen zwischen den Figuren und ihren Leidensgeschichten erst nach und nach enthüllt, verhindern das. Die Metapher der "Wooden Breast", eine Mastgeflügel-Krankheit, steht symbolisch für den existenziellen Stress und die Zerbrechlichkeit der Menschen im Buch. Darum herum spinnt Ebrahimi eine Abfolge von Kapiteln, in denen sich Menschen begegnen oder eben nicht.

Nava EbrahimiUnd Federn überall


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Schon lange auf der Leseliste. Bereits 2013 erschienen, aber noch immer relevant. Jürgen Wiebicke schätze ich zuerst einmal als Moderator in WDR 5, sein "Philosophisches Radio" höre ich seit vielen Jahren. Mein erster Gedanke beim Buchtitel führte mich zurück zu einem älteren Werbeclip für eine Schokolade, die angeblich nicht dick macht. Wie ein schlankes blondes Wesen, sich keck eine Strähne aus dem Gesicht streichend, beim Joggen ihrer eher pummeligen Freundin weismachen will. Kurz danach der Jingle: "Ich will so bleiben wie ich bin ...". Werbemüll halt. Doch bei Wiebicke geht es um mehr, um eine philosophische Betrachtung. Geht man mal einige Jahrzehnte zurück, am besten so mindestens 50 oder 60 Jahre, stellen sich heute Fragen zu Ethik und Moral, die in der Zeit der Altvorderen nicht einmal in Sicht waren. In 1993 sind 34 Kilogramm Methylphenidat verschrieben worden. Gegen ADHS, Markenname Ritalin. In 2011 waren es bereits 1794 Kilogramm. Nicht nur werden zahllose Kinder damit vollgestopft, sondern Leute werfen das Zeugs ein um intellektuell fitter, leistungsfähiger zu sein. In Schule, Studium oder Job. Modafinil ist ein Medikament für Narkolepsie-Patienten, die tagsüber von einer Sekunde zur nächsten in Schlaf fallen. Gesunde nutzen es, um Schlafmangel zu überdecken. Leider sinkt durch das Medikament auch die Fähigkeit zur Risikoabschätzung. Nennt sich dann Hirn-Doping. Also die Frage: Dürfen wir auch bleiben, wie wir sind? Oder müssen wir ständig schneller, besser, intelligenter, leistungsfähiger, klüger werden? Wann wird aus dem Kann ein Muss? Spätestens in den Achtzigern hat diese Entwicklung begonnen. Doch die Fragen gehen weiter und tiefer. Denn die schöne neue Welt wirft immer neue Themen auf. Um die auch der Philosoph keinen Bogen machen kann.

Jürgen WiebickeDürfen wir so bleiben wie wir sind?


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Normalerweise sind ja Bücher mit politischem oder gesellschaftlichem Hintergrund mein Thema. Wenn ich hier ein Kochbuch anspreche, dann deshalb, weil es mich echt begeistert. Italienische Küche sind Pizza und Pasta? Von wegen. In einer Neuauflage liefert Domenico Gentile eine reichliche Sammlung italienischer Gerichte, immer ohne Fleisch, mit viel Gemüse und Obst. Suppen, Salate, Aufläufe, und natürlich auch Pasta in für mich ganz neuen Varianten. Von einfach wie Spaghetti Aglio bis zu sehr ausgebuffter Lasagne. Die Zutatenlisten sind überschaubar, die Zutaten selbst in jedem halbwegs gut sortierten Supermarkt zu bekommen. Gentile macht die Pasta natürlich frisch, passende Mehle beziehe ich persönlich aus der Bio-Eiling-Mühle nicht weit von Büren am Rande des Sauerlandes. Fertige Pasta ist aber ebenso immer angegeben, dadurch werden die meisten Gerichte in 20 oder 25 Minuten bewältigt. Mehr als 60 hier eher unbekannte Highlights der italienischen Küche werden auch fotografisch von Hubertus Schüler ansprechend präsentiert. Die meisten Rezepte also weit jenseits dessen, was man bei unseren üblichen Italienern sieht.

Domenico GentileLa cucina vegetariana

Domenico Gentine live in YouTube:


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Wenn es um die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft geht, dann zuerst um Juden und Jüdinnen, Sinti und Roma, ebenso um Kommunisten und Sozialdemokraten nach der Machtergreifung der Nazis. Andere Gruppen werden allerdings fast nie Thema, wurden sogar bis 2020 von Entschädigungszahlungen und Anerkennung ausgeschlossen. Das waren die von den Nazis "Asoziale" und "Berufsverbrecher" genannten Menschen. Diesen Menschen nicht nur ein Gedenken zu geben, sondern ihre Geschichten aus der Versenkung zu holen, ist Ziel des Buches von Frank Nonnenmacher, der als Herausgeber wirkt. Denn in diesem Buch erzählen Menschen von Großvätern und Urgroßmüttern, die meist ohne wirkliches Verschulden in den Konzentrationslagern umkamen. Manchmal reichte es schon, einfach ein anderes Leben zu führen als es den Nazis angenehm war, wie Untermieter bei einer Sexarbeiterin zu sein. Gerade in Kriegszeiten, als Hunger und Kälte herrschten, reichte das wiederholte Stehlen von Kohle und Kartoffeln zum Urteil als Berufsverbrecher oder Berufsverbrecherin. Oder man hatte sich gar nichts zuschulden kommen lassen, aber die SS brauchte Zwangsarbeiter in der Rüstungsproduktion. Oder  Denunziation oder Neid der Nachbarn war das Problem. Oft schon aus Gefängnis oder Zuchthaus landeten diese Menschen in den KZs und verloren ihr Leben. Gerade in den Lagern, in denen das Programm Vernichtung durch Arbeit lautete, wie in Flossenbürg oder Mauthausen. Doch gesellschaftliche Scham ihrer Familien ließ diese Menschen nach 1945 unsichtbar werden. Das will Nonnenmacher ändern.

Frank NonnenmacherDie Nazis nannten sie »Asoziale« und »Berufsverbrecher«


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Lange Zeit waren die sogenannten Reichsbürger eher eine unsichtbare Truppe. Zwei Ereignisse brachten sie mehr in die Öffentlichkeit. Im Dezember 2022 rückten 3.000 Polizisten zu einem der größten Anti-Terror-Einsätze in Deutschland aus, um 137 Wohnungen zu durchsuchen und 25 Leute um Heinrich Prinz Reuß, "Heinrich den XIII.", Nachfahre eines thüringischen Fürstenhauses, festzunehmen. Die Gruppe wollte den Bundestag stürmen, Politikerinnen und Politiker erschießen und eine neue Regierung einsetzen. Zwei AfD-Abgeordnete gehörten auch zu der spöttisch als "Rollator-Revolte" bezeichneten Bewegung. Der zweite Fall war Wolfgang Plan. Als Polizisten seine Waffensammlung beschlagnahmen wollten, schoss er durch die Haustür auf sie, ein Beamter starb kurz danach an den Verletzungen. So skurril und wirklichkeitsfremd diese Leute erscheinen mögen, stellen sie doch eine Bedrohung dar, da sie die Bundesrepublik und ihre Repräsentanten und Institutionen als illegitim betrachten, ihre Häuser zu eigenständigen Staaten erklären und in Einzelfällen nicht vor Gewalt zurückschrecken. Tatsächlich gibt es die Reichsbürger seit den Achtziger Jahren, erst ab 2000 bekamen sie auch öffentliche Aufmerksamkeit. Ihre wichtigste Verschwörungserzählung ist, dass die BRD ein Privatunternehmen der Alliierten sei, eigentlich immer noch das Deutsche Reich von 1871 weiter existiere. Man mag zuerst über diese Verwirrten lachen, aber sie werfen tatsächlich juristische Probleme auf. Und Fragen, wie man mit ihnen umgeht.

Christoph & Sophie SchönbergerDie Reichsbürger


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Als vor vermutlich 160.000 Jahren unsere Vorfahren lernten, das Feuer zu beherrschen, war das ein großer Fortschritt. Man war nicht mehr der Kälte hilflos ausgesetzt und konnte Nahrung bekömmlicher und verdaulicher machen. Das Gehirn profitierte entsprechend, der Rest ist bekannt. Die Öllampen der Römer und ersten Leuchttürme der Griechen waren noch kein Umweltproblem. Kritisch wurde die Sache erst im 19. Jahrhundert, als Maschinen erfunden wurden, die die Produktivität um Potenzen steigerten und in denen man in großem Umfang erst Kohle und Öl, später Gas verbrannte. Aber nicht nur die Betreiber der Maschinen verdienten gut, sondern auch die Leute, die Kohleverbindungen aus dem Boden gruben oder pumpten. Daran hat sich bis heute nichts geändert, noch immer kann man mit Kohle und Erdöl eine Menge Geld verdienen. Seitdem jedoch bekannt ist, dass das beim Zeugsverbrennen entstehende CO2 die Wärmeabstrahlung der Erde behindert und sich die Erde immer mehr erwärmt, kommen diese Leute, fast nur Männer, unter Druck. Also muss man sich etwas einfallen lassen, mit dem man seine Geschäfte ohne Probleme weiter betreiben kann. Da gibt es aber doch Vorbilder für die Industrie der fossilen Brennstoffe. Denn die Tabakhersteller hatten ein ganz ähnliches Problem. Zwar wusste man, dass Rauchen der Gesundheit wenig zuträglich ist, aber es sollte doch möglich sein, die Leute davon abzulenken. Was bis heute hervorragend klappt.

Christian StöckerMänner, die die Welt verbrennen


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