Charlotte Klonk: Revolution im Rückwärtsgang

Was war das denn nun, am 6. Januar 2020 im Capitol in Washington. War es ein Putsch, war es eine Revolution, war es ein Sturm oder war es schlicht Terrorismus? Charlotte Klonk analysiert aus den Bildern heraus die Vorgänge, die zum Überfall auf das Parlament der USA führten. Damit kommt sie zu einer anderen Sichtweise auf das Geschehnis, sie deutet Motivationen und Emotionen aus der eher geschichtlichen Sicht. Viele Begriffe für diesen Tag jedoch, so Klonk, verfehlen das eigentlich Gefährliche an diesem Ereignis. Den Angriff auf die Volkssouveränität, der im Namen eines souveränen Volkes ausgeführt wurde. Eher Retrovolution als Revolution, eher Aufstand der weißen Männer, die in die Vergangenheit zurück möchten, als Volksbewegung.

Sie liegt damit nicht verkehrt, beriefen sich doch die Angreifer auf die amerikanische Verfassung, auf den Geist der Gründerväter und das, was die amerikanische Verfassung dem Volke garantiert. Oder angeblich garantiert. Denn ihre Interpretation der amerikanischen Verfassung ist genau so hanebüchen wie das Verständnis des Waffentragens in den USA. Das soll die Möglichkeit bieten, Haus, Hof und Person vor Verbrechen zu schützen, aber nicht dazu dienen, eine missliebige Regierung auszuschalten. So kommt Klonk zu dem Schluss, dass hier nicht „das Volk“ am Werk war, sondern eine abstruse Mischung aus Esoterikern, QAnon-Anhängern und Verschwörungsgläubigen. Das Titelbild mit dem QAnon-Schamanen macht die Situation sehr klar. Das alles hätte man jedoch auch in der New York Times oder im Spiegel nachlesen können. Ob es dazu ein Büchlein im Reklam-Format mit gerade mal 60 Seiten und einem Preis von 12 Euro gebraucht hat, erscheint mir doch eher fraglich.

Charlotte Klonk studierte Kunstgeschichte an der Universität Hamburg (1985–88) und an der University of Cambridge (1988–89). Sie war von 1989 bis 1992 Ph.D. Student am Newnham College der University of Cambridge. Dort promovierte sie 1993 bei John Gage über Science and the Perception of Nature: British Landscape Art in the late 18th and early 19th centuries. 1992/93 arbeitete sie am Museum van Hedendaagse Kunst unter Jan Hoet in Gent. Von 1993 bis 1995 war sie Junior Research Fellow in Christ Church (University of Oxford) und von 1995 bis 2005 Lecturer am Department of Art History der University of Warwick. Ab 2005 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kunst- und Bildgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin, wo sie sich 2007 habilitierte. Ihre Habilitationsschrift „Spaces of Experience: Art Gallery Interiors from 1800 to 2000“ wurde von Horst Bredekamp und Lorraine Daston begutachtet. 2010 erhielt Klonk einen Ruf an die Leuphana Universität Lüneburg (W 3-Professur) und einen Ruf an die Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald (W 3-Professur). Am 15. April 2010 wurde sie in den Stiftungsrat der Schering Stiftung berufen. 2011 erhielt Klonk einen Ruf an die Humboldt-Universität zu Berlin (W 3-Professur).

Dieser Text basiert auf dem Artikel Charlotte Klonk aus der freien  Enzyklopädie Wikipedia  und steht unter der Lizenz Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

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